Zerschunden von Michael Tsokos – Unser Buchtipp

Tsokos - Zerschunden

Tsokos - ZerschundenDie Grenzen von Thriller und Kriminalroman sind heute längst nicht mehr so klar definiert wie es noch vor ein paar Jahren war. Die Bereiche haben sich immer weiter vernetzt und so handelt es sich momentan wohl eher um ein einziges Genre und zugegeben um das, welches den meisten erfolgreichen Lesestoff liefert. Die Grundlage, um ein gutes Schriftstück zu verfassen, ist entweder ein riesiges Talent sich fiktive Szenarien auszudenken oder aber ein beruflicher Backround, der einen mit spannenden Geschichten versorgt. Auf Michael Tsokos – Chefrechtsmediziner an der Berliner Charité – trifft beides, vorrangig aber Zweitgenanntes zu. Mit einzelnen populären Sachbüchern hat er bereits Eindruck gemacht. „Zerschunden“ ist nun sein erster True-Crime-Thriller um Protagonist Fred Abel.

"Zerschunden" sind die Leichen eines Serienkillers

Er ist unberechenbar, wahnsinnig schnell und demnach bisher nicht zu fassen. Ein Serienkiller versetzt Europa in Angst und Schrecken, sucht sich seine Opfer immer an Flughäfen aus. Bei allen handelt es sich um alleinstehende Frauen und sie alle werden mit einer persönlichen Signatur des Killers auf ihrem Körper zurückgelassen. Fred Abel, seinerseits Rechtsmediziner des Bundeskriminalamt und so selbstverständlich mit dem Wissen seines Autors versehen, nimmt sich dem Fall an und rutscht wie schon Paul Herzfeld in Tsokos letztem Belletristik-Werk „Abgeschnitten“ immer tiefer in diesen hinein. Abels alter Kumpel Lars Moewig ist involviert. Er wird zum Hauptverdächtigen auserkoren, weil Abels gefertigte DNA-Analyse die Ermittler auf seine Spur bringt.

"Zerschunden" - Tsokos schürt die Spannung

Im letztgenannten Roman nahm sich Michael Tsokos Bestsellerautor Sebastian Fitzek zur Hand. Für „Zerschunden“ hat er sich die Hilfe von Andreas Goeßling („Dunkler Tanz“) eingeholt. Trotz seines unverkennbaren Einflusses bekommen Leser mit dem True-Crime-Thriller einen echten Tsokos in die Hand, denn hauptsächlich profitiert die Geschichte von seinem über Jahre angeeigneten Wissen. So basiert auch „Zerschunden“ auf einem wahren Fall und soll nur den Anfang einer Reihe bilden, in dem echte Ermittlungen die Grundlage für authentische Thriller bilden. Abels Arbeit führt dazu, dass sein ehemaliger Bundeswehrgefährte Moewig in Verdacht gerät, die grauenhaften Taten begangen zu haben. Weil sich Indizien zusammenfügen, kommt dieser in Untersuchungshaft. Währenddessen verstirbt seine Tochter an den Folgen ihrer Leukämie-Erkrankung. Nicht nur deshalb setzt Abel folglich alles daran, die Unschuld Moewigs zu beweisen. Ohnehin scheint ihm das Szenario unschlüssig. Er reist durch ganz Europa, um den wahren Täter zu entlarven und gerät dadurch in einen immer stärker werdenden Sog aus Schuldgefühlen, die ihnen innerlich zerfressen und dem unbedingten Willen, die Unschuld seines Freundes zu beweisen.

Kommentar schreiben



ähnliche Beiträge
Unser Buchtipp: Löwenzahnkind
Unser Buchtipp: In eisiger Nacht