Unser Buchtipp: Wisting und der fensterlose Raum

"Wisting und der fensterlose Raum“ heißt der jüngste Kriminalroman des norwegischen Starautors Jørn Lier Horst. In diesem zweiten Band einer neuen „Cold Case“ – Reihe lässt der 49-jährige Schriftsteller wieder einmal seinen beliebten, altbekannten Protagonisten William Wisting ermitteln. Als ehemaliger Kriminalhauptkommissar kennt Jørn Lier Horst die Mittel und Methoden der norwegischen Polizei aus eigener Erfahrung, was seine Erzählungen umso authentischer wirken lässt. Seit mittlerweile sieben Jahren widmet sich Jørn Lier Horst vollständig seiner schriftstellerischen Tätigkeit. Seine Figur des Kommissar Wisting erobert seit letztem Jahr allerdings auch die heimischen Fernseher in Form einer zehnteiligen Serie, die hierzulande im ZDF ausgestrahlt wird.

Wisting und der fensterlose Raum – Inhalt

Als William Wisting wegen dem Tod eines ehemaligen Spitzenpolitikers in das Büro des Generalstaatsanwalts zitiert wird, ahnt er noch nicht, auf was für einen außergewöhnlich Fall er angesetzt werden soll. Er soll nicht etwa einen Mörder aufspüren (der frühere Außenminister starb eines natürlichen Todes), sondern einer Geldspur folgen. Geld, das in einem gut gesicherten Raum im Zuhause des Toten gefunden wurde – Millionen von Euros in verschiedenen Währungen, beinahe zwanzig Jahre alt und in Kartons abgeladen.

Wisting wird zur Verschwiegenheit verpflichtet und soll nur die nötigsten und vertrauenswürdigsten Unterstützer für diesen heiklen Fall, der sich zu einem landesweiten Skandal entwickeln könnte, zu Rate ziehen. Woher stammt das Vermögen? War der Tote, der von der Bevölkerung als Held gefeiert wurde, in Wirklichkeit ein Verbrecher?

Wisting und der fensterlose Raum – Ein Norwegen-Krimi der Extraklasse

Politiker, Verschwörungen, eine riesige Menge Geld – und ein erfahrener Ermittler: Das ist das Rezept für Jørn Lier Horsts „Wisting und der fensterlose Raum“. Wie man es von einem Autor seines Kalibers nicht anders erwarten würde, liefert Jørn Lier Horst wieder einmal einen erstklassigen, spannenden und vor allem unvorhersehbaren Kriminalroman ab, der zu großen Teilen wieder von seinem sympathischen Vorzeigeermittler William Wisting getragen wird. Unterstützung bekommt der alternde Kommissar aber auch von zahlreichen bekannten Gesichtern, etwa seiner Tochter, die aufgrund ihrer Tätigkeit als Journalistin in den Fall involviert wird, oder dem Cold Case-Spezialisten Adrian Stiller. Aber auch ohne die beliebten Charaktere kann der Fall für sich genommen, auf ganzer Länge durch einen intelligenten Aufbau, clevere Wendungen und eine bis zur Auflösung unvorhersehbare Geschichte punkten.

Fazit: „Wisting und der fensterlose Raum“ von Jørn Lier Horst ist Pflichtlektüre für alle Norwegen-Krimi-Fans, die gut auf blutige Schockmomente verzichten können und sich eher für ausgeklügelte Kriminalfälle interessieren.

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