Unser Buchtipp: Weiße Fracht von Gil Ribeiro

Pünktlich, um den Jahrestakt der Veröffentlichungen einzuhalten, erscheint diese Woche der von vielen Lesern freudig erwartete, neueste Folgeband von „Lost in Fuseta“ des deutschen Drehbuch- und Romanautors Gil Ribeiro. „Weiße Fracht“ heißt der mittlerweile dritte Band um den außergewöhnlichen, deutschen Kommissar Leander Lost, der im portugiesischen Städtchen Fuseta auf Verbrecherjagd geht. Neben seinen Portugal-Krimis ist der unter dem Pseudonym Gil Ribeiro publizierende Holger Karsten Schmidt besonders mit seinen zahlreichen Drehbüchern erfolgreich und wurde über die Jahre mehrfach für seine Werke ausgezeichnet.

Weiße Fracht – Inhalt

Bald ein Jahr ist es her, dass Leander Lost im Zuge eines Austauschprogramms der Europol von Hamburg nach Portugal versetzt wurde, um die dortigen Gesetzeshüter zu unterstützen. Und so neigt sich seine Zeit an der Algarve langsam dem Ende zu. Doch neben Erfolg bei seiner Arbeit hat der Asperger-Autist mit eidetischem Gedächtnis auch privat sein Glück im idyllischen kleinen Örtchen namens Fuseta gefunden und weckt Zweifel an seinem geplanten Abschied. So verbringt er den Morgen, an dem wir in die Geschichte eintauchen, mit seiner „Ziehtochter“ Zara, der Waise, die er während seines ersten Falls in Portugal kennenlernte und um die er sich seither gemeinsam mit seinen Kollegen Carlos Esteves, Graciana Rosado und deren Familie kümmert.
Doch die Ruhe hält nicht lange an. Lost und seine Partner werden zu einem Tatort gerufen und finden dort die Leiche eines deutschen Auswanderers. Doch der Mann ist nicht irgendjemand, sondern der Bruder des stellvertretenden Polizeipräsidenten von Hamburg. Aus diesem Grund bekommen die hiesigen Polizisten ungewollte Unterstützung von Losts Kollegen aus der Heimat. Die Spur des Mörders führt die Beamten ins Drogenmilieu und ins Visier eines berüchtigten Verbrecherbosses…

Weiße Fracht – Der perfekte Urlaubskrimi

Wieder einmal gelingt Gil Ribeiro mit „Weiße Fracht“ die perfekte Mischung aus angenehmer Heiterkeit einer leichten Urlaubslektüre und der Spannung eines erstklassigen Krimis. Dabei kommen ihm ganz besonders seine überaus sympathischen Protagonisten zugute, die man einfach auf Anhieb gernhaben muss. Vom schrulligen Titelhelden Lost, der zwar ein begnadeter Ermittler ist, doch mit sozialen Gepflogenheiten seine Schwierigkeiten hat, über den leicht schroffen doch gutmütigen Carlos Esteves, bis hin zur taffen Graciana Rosado und ihrer Schwester Soraia, die sich in den deutschen Kommissar verliebt und diesem den Kopf verdreht, schließt man sofort das gesamte Ensemble ins Herz. Die innovativen Ideen für die wendungsreiche Kriminalhandlung und die malerische Kulisse Portugals, der der Autor regelmäßig Besuche abstattet und der Geschichte so noch zusätzlich eine gute Portion Authentizität verleiht, runden das Gesamtwerk perfekt ab.

Fazit: „Weiße Fracht / Leander Lost Bd.3“ von Gil Ribeiro besticht mit einem fesselnden Kriminalfall, tollem Urlaubsflair, großartigen Charakteren und einer riesigen Portion Charme.

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