Unser Buchtipp: Missing – Niemand sagt die ganze Wahrheit

Missing – Niemand sagt die ganze Wahrheit“ heißt das erste Buch der britischen Bestsellerautorin Claire Douglas, das es auch in deutsche Gefilde geschafft hat. In diesem Psychothriller verbindet die ehemalige Journalistin ihre persönlichen Erfahrungen, wie etwa aus ihrer Heimatstadt – einem Küstenort, in dem in ihrer Jugend einige Mädchen spurlos verschwunden sind – mit einem fiktiven Plot über Freundschaft, Vertrauensbruch und Rache. Diese in der Realität begründete Erzählweise führt zu einer sehr atmosphärischen und realitätsnahen Darstellung des Handlungsorts Oldcliffe-on-Sea, die zu einem absoluten Highlight dieses Buchs gehört, wie auch der Erzählung im Allgemeinen.

Missing - Inhalt

Francesca und Sophie sind Freundinnen seit Kindertagen. Unzertrennlich, ja beinahe schon voneinander abhängig, teilen sie ihr gesamtes Leben miteinander. Zwar verlieren sie sich während ihrer Collegezeit aus den Augen, aber gleich beim ersten zufälligen Wiedersehen in ihrem Heimatdorf Oldcliffe-on-Sea bei Cornwall ist es, als wären sie nie getrennt gewesen. Doch eines nachts verschwindet Sophie spurlos. Es scheint, als wäre sie am maroden Pier in die Fluten gestürzt. Ein scheinbar tragischer Unfall, der zahlreiche Menschenleben auf ewig verfolgen wird…

Jahre später erreicht Francesca, die inzwischen die erfolgreiche Hotelkette ihrer Eltern leitet, ein Anruf: Sophies Bruder, Daniel, bittet sie nach Hause zurückzukehren. Motiviert vom Fund menschlicher Überreste, die am Strand angespült wurden, will er endlich die Wahrheit um das Verschwinden seiner Schwester aufdecken. Er ist seit jeher überzeugt, dass Sophie Opfer eines Verbrechens wurde. Entgegen ihrem Schwur, nie wieder in das triste Küstenörtchen zurückzukehren, begibt sich Francesca, die immer noch von den Erinnerungen an ihre beste Freundin heimgesucht wird, auf den Weg. Gemeinsam mit Daniel stellt sie Nachforschungen über die letzten Tage in Sophies Leben an. Doch mit den Anfeindungen und dunklen Geheimnissen, die sie damit wieder zutage fördern, hat keiner von ihnen gerechnet. Je tiefer sie graben, desto klarer wird: Sie dürfen niemandem vertrauen…

Missing – Wendungsreicher Psychothriller

Einen Thriller oder Krimi zu finden, dessen Aufklärung bis zur letzten Seite überraschen kann, ist mittlerweile selten geworden – noch seltener ist es jedoch, wenn die Erzählung auch noch erfrischend unblutig bleibt. „Missing – Niemand sagt die ganze Wahrheit“ liefert jedoch beides und noch mehr. Abwechselnd erleben wir die Geschehnisse der Gegenwart aus Francescas und die letzten Tage vor dem tragischen Verschwinden aus Sophies Perspektive. Die Zeichnung der unterschiedlichen Blickwinkel, der bedrückenden Kulisse und der sympathischen (wie auch der gewollt unsympathischen) Charaktere ist erstklassig und schafft es den Leser von der ersten Seite an zu fesseln. Und trotz all der Hinweise, sieht man die ganze Wahrheit bis zum Ende nicht kommen.
Fazit: Das Netz aus Geheimnissen und Enthüllungen, Freundschaften und Verrat, Verstrickungen und überraschenden Wendungen, das Claire Douglas auf meisterhafte Weise spinnt, ergibt einen herausragenden Psychothriller, den sich jeder Genre-Fan zu Gemüte führen sollte.

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