Unser Buchtipp: Ich bin Circe

„Ich bin Circe“ heißt der gerade in deutscher Übersetzung erschienene Roman der US-amerikanischen Schriftstellerin Madeline Miller. Wie auch in ihrem Debütroman aus dem Jahr 2011, „Das Lied des Achill“, an dem die Autorin ganze zehn Jahre arbeitete und für den sie den hoch angesehenen Women´s Prize for Fiction erhielt, widmet sie sich in „Ich bin Circe“ der griechischen Mythologie und erweckt diese auf einzigartige Weise zum Leben. Auch bei ihrem zweiten Roman machte sich Millers jahrelange Arbeit bezahlt, wurde dieser nicht nur von Kritikern und Fans mit Lob überschüttet und eroberte in Folge zahlreiche Bestsellerlisten, der Fernsehsender HBO sicherte sich zudem die Filmrechte und plant eine Mini-Serie zu produzieren.

Ich bin Circe – Inhalt

Als Tochter des mächtigen Titanen Helios und der wunderschönen Nymphe Perse sollte Circe ihr göttliches Leben eigentlich jenseits jeglicher Nöte genießen können. Doch unter ihresgleichen gilt sie aufgrund ihres Aussehens, ihrer „Falkenaugen“ und ihrer Stimme als Außenseiterin – nicht einmal mit göttlichen Kräften ist sie gesegnet. Circe beginnt sich für die Menschen zu interessieren und ist ebenso fasziniert von der Natur, den Pflanzen und der Magie, die diesen innewohnt. Aufgrund ihrer Neugier und ihres Talents magische Tränke herzustellen zieht sie jedoch den Zorn der Götter auf sich, die plötzlich eine Gefahr in ihr sehen, und wird deshalb auf eine einsame Insel verbannt.
Fernab ihrer grausamen Verwandtschaft ist Circe erstmals frei, das zu tun und die Erfahrungen zu sammeln, die sie möchte. Doch ist sie auch auf sich gestellt und lernt neue Seiten der Welt kennen, die ihr bisher fremd waren, gute wie schlechte, Freuden wie Gefahren…

Ich bin Circe – Von Götter- und Heldensagen

Mit „Ich bin Circe“ macht Madeline Miller die griechischen Sagen um Monster, Helden und Götter greifbarer denn je. Da der Leser diese mythologische Welt durch die Augen Circes erlebt, die zwar Teil eben jener Welt ist, aufgrund ihrer Unerfahrenheit und ihres Status als Außenseiterin über weite Teile aber nur Beobachterin ist, schafft es die Autorin ihrer Geschichte eine persönlichere Note zu verpassen, als man es bei ähnlichen Romanen gewohnt ist. Gleichzeitig ist es spannend Circe, die den meisten nur als Nebenfigur aus Homers „Odyssee“ bekannt sein dürfte, bei ihrer charakterlichen Entwicklung beizuwohnen und zu sehen, welcher Einfluss auf verschiedene Ereignisse der Mythologie ihr in der Handlung dieses Buches zugeschrieben wird. Millers angenehmer, flüssiger Schreibstil lässt die über 500 Seiten geradezu dahinfliegen und liefert durchgehend Unterhaltung auf hohem Niveau. Einfach toll.

Fazit: „Ich bin Circe“ von Madeline Miller ist ein überaus faszinierender Roman, der durch seine einzigartige Herangehensweise an die Thematik begeistert und den ich jedem ans Herz legen möchte, der sich auch nur ein kleines bisschen für griechische Göttersagen interessiert.

1 Kommentar
  • Jörg Gerkrath
    Sep 6,2019 at 08:22

    Der „angenehme, flüssige Schreibstil“ ist im Deutschen der übersetzerin, Frauke Brodd, zu verdanken. #namethetranslator

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