Unser Buchtipp: Flucht in die Schären

Ein neuer Fall für Thomas Andreasson und Nora Linde! „Flucht in die Schären“, so der Titel des neuesten Werks der schwedischen Bestsellerautorin Viveca Sten, ist bereits der neunte Kriminalroman mit dem Kommissar und der Anwältin in den Hauptrollen. Seit mittlerweile zehn Jahren erfreut Sten ihre Leser regelmäßig mit den abenteuerlichen Ermittlungen ihrer beiden beliebten Protagonisten: Zeit also ein wenig an der Formel der Reihe, in der Thomas Andreasson meist im Mittelpunkt steht, zu schrauben und ihn für „Flucht in die Schären“ (zumindest zeitweise) in den Hintergrund rücken zu lassen.

Flucht in die Schären - Inhalt

Nora Linde hat einen ganz großen Fisch an der Angel: Andreis Kovač, den Kopf einer kriminellen Organisation, die die Vororte Stockholms mit Drogen überflutet. Doch da ihr die Beweise für eine sichere Verurteilung fehlen, beschließt sie ihn, wie es auch bei dem legendären Al Capone der Fall war, wegen Steuerbetrugs hinter Gitter zu bringen. Ohne Gegenwehr gibt der jähzornige Kovač gegenüber der erfahrenen Juristin aber nicht nach…

Denn wie unberechenbar der Verbrecherboss tatsächlich ist muss auch seine Frau Mina regelmäßig erfahren. Bereits der nichtigste Grund genügt Andreis als Rechtfertigung, um sie zu misshandeln und krankenhausreif zu verletzen. Um Mina und ihren drei Monate alten Sohn Lukas zu beschützen, arrangiert Nora eine sichere Unterbringung für die beiden – auch in der Hoffnung Mina so zur Aussage gegen ihren Peiniger zu bewegen. Der jedoch schreckt vor nichts zurück, um seine Feinde aus dem Weg zu räumen. Als es zu einem Mord kommt, ruft dies auch Thomas Andreasson auf den Plan. Es dauert nicht lange bis die beiden Ermittler selbst in Gefahr geraten…

Flucht in die Schären – Interessante Abweichung vom Bekannten

Mit „Flucht in die Schären“ beschreitet Viveca Sten erzählerisch neue Pfade. Zwar sind sowohl Thomas Andreasson als auch Nora Linde von Beginn an in der Erzählung präsent, letztere rückt was die Kriminalarbeit betrifft anfangs aber deutlich in den Vordergrund, während der Kommissar mit privaten Problemen zu kämpfen hat. Mühe gibt sich die Autorin auch mit der Hintergrundgeschichte ihres Antagonisten, indem sie in vereinzelten Rückblicken über dessen Kindheit zur Zeit des Bosnienkrieges berichtet. Aber unabhängig davon, ob man sich vor allem für die persönlichen Entwicklungen der Charaktere oder aber die Kriminalermittlungen interessiert, wird man als langjähriger Fan wie auch als Neueinsteiger bestens unterhalten. Krimikost vom Feinsten!

Fazit: „Flucht in die Schären“ bringt mit einer leicht abgewandelten Erzählstruktur frischen Wind in die langlebige Krimireihe von Viveca Sten, während die nervenaufreibenden Themen häusliche Gewalt und organisiertes Verbrechen für gewohnt erstklassige Spannung sorgen.

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