Zum 60. Todestag von Thomas Mann: Seine größten Werke

Buddenbrooks

BuddenbrooksWenn heute eine Familie einen herausragenden Literaten empor sprießen lässt, einen der international erfolgreich publiziert, ist sie sicher wahnsinnig stolz darauf. Der spätere Senator Heinrich Mann und seine Frau Julia sind da ein ganz besonderer Fall, denn gleich zwei ihrer Söhne haben es geschafft, sich fest in der Literaturgeschichte zu verankern. Der ältere von Beiden, der den Namen seines Vaters trug, brach die Ausbildung ab und fungierte mit 22 als freier Schriftsteller, schrieb unter anderem „Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen“. Sein vier Jahre jüngerer Bruder Thomas Mann war nicht weniger erfolgreich und hinterließ eine ganze Reihe an bekannten Schriften. Seine Erfolgsstory endete heute vor exakt sechzig Jahren.

Thomas Mann brillierte schon früh mit Worten

Anders als sein älterer Bruder machte Thomas Mann schon während der Schulzeit auf sich aufmerksam. Er beginnt früh mit dem Schreiben, publiziert Prosa und Aufsätze in der von ihm mitherausgegebenen Zeitschrift „Der Frühlingssturm. Monatszeitschrift für Kunst, Literatur und Philosophie“. Keine zwei Jahre später, im zarten Alter von 20 Jahren folgt er seinem Bruder, macht sich ebenfalls als Schriftsteller selbstständig und reist mit ihm durch die Welt. Der Durchbruch gelingt kurz nach der Jahrhundertwende mit dem Roman „Buddenbrooks“, der eigentlich als Zusammenarbeit mit Heinrich geplant war, Thomas aber letztlich sogar den Literaturnobelpreis einbringen sollte. Die folgenden Jahrzehnte sind von Erfolg gekrönt, weitere kleinere Schriften werden veröffentlicht, Manns Wort gewinnt an Bedeutung. Weil die Arbeiterpartei 1930 an Stimmen gewinnt, spricht er öffentlich zu den Bürgern. Bei der Machtübernahme der NSDAP befindet sich Thomas Mann auf einer Reise durch Europa. Er kehrt bis 1949 nicht ins faschistische Deutsche Reich zurück, nimmt 1944 sogar die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an.

Thomas Mann: Die Buddenbrooks als epochales Meisterwerk

Selbst, wenn die „Buddenbrooks“ ein riesiger zweibändiger Roman sind, war es mir persönlich eine Riesenfreude, sie durch zu schmökern. Manns Familiengeschichte ist ein epochales Meisterwerk, das viele andere Bücher dieser Gattung blass erscheinen lässt. Doch ihn allein darauf zu reduzieren, würde seinem Leben nicht gerecht werden. 1924 wird nach elfjähriger Arbeit „Der Zauberberg“ veröffentlicht, ein Bildungsroman, der die politische Ungewissheit dieser Jahre perfekt zusammenfasst. Bereits zwölf Jahre zuvor veröffentlichte Mann „Der Tod in Venedig“ eine Novelle, die des großen Shakespeare gerecht geworden wäre. Es sind gerade diese drei Werke, die ihn zu einer für die Literaturfreunde unvergesslichen Personalie werden ließen und die jeder im Lauf des eigenen Lebens mal lesen sollte.

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