Robert Galbraith – Die Ernte des Bösen

Spätestens mit ihrem dritten Kriminalroman um Detektiv Cormoran Strike – ein Afghanistan-Veteran – gelingt es Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling sich endgültig des Vorwurfs, auf Ewigkeit nur mit Geschichten um den Zauberlehrling Erfolg haben zu können, zu entledigen. Aus meiner Sicht ist ihr das bereits mit „Der Ruf des Kuckucks“, bei dem sie erstmalig unter dem Pseudonym Robert Galbraith verfasste, gelungen. Jetzt dürften das auch die letzten Kritiker akzeptieren müssen, denn „Die Ernte des Bösen“ ist ein rasanter Krimi mit einer zunächst sehr undurchschaubaren Entwicklung. Er besticht mit viel Spannung, guter stilistisch passender Wortwahl und zwei grandiosen Akteuren.

Eine Postsendung, die selbst Strike und Ellacott verwirrt

Cormoran Strike ist in seinem dritten Fall „Die Ernte des Bösen“ bereits ein alter Hase, den genau genommen nicht mehr allzu viel schockieren kann. Ein abgetrenntes Frauenbein aber schon. Genau so eines geht bei ihm ein. Als seine Assistentin Robin Ellacott den Posteingang öffnet, fallen demnach beide fast in Ohnmacht. Nach einem kurzen Moment der spürbaren Beunruhigung fängt sich der Kriegsveteran und grübelt in alter Sherlock-Holmes-Manier gleich, wer der Absender sein könnte und sich hier einen üblen Scherz erlauben möchte. Gleich vier Kandidaten aus seiner Vergangenheit kommt in Frage. Einer ganz besonders. So hat die Polizei auch schnell einen potenziellen Tatverdächtigen ausgemacht. Leider einen, bei dem das Ziel, den Täter zu finden, in weitere Ferne rückt.

Die Ernte des Bösen bringt das Ermittler-Duo in große Bedrängnis

Skrupellos und sicher auch zu solcher Grausamkeit fähig ist jeder aus dem Quartett, doch Strike und Ellacott, die einmal mehr in Dr. Watsons Fußstapfen tritt, haben schnell eine ganz andere Richtung als die Polizei. Gemeinsam begeben sie sich in finstere Gassen auf die Spur von drei Kerlen, die in düsteren Welten beheimatet scheinen. Wer Galbraith schon mal gelesen hat, weiß, dass es folglich nicht bei einem einzigen Zwischenfall in Form des abgetrennten Bein bleibt. „Die Ernte des Bösen“ ist viel weitreichender. Weitere Grausamkeiten suchen London heim und führen Strike und Ellacott immer weiter mitten in die Gefahr hinein. Galbraith gelingt es, dies in einer bisher gar nicht so erkennbaren Schärfe darzustellen. Sprecher Dietmar Wunder (die deutsche Synchronstimme von 007 Daniel Craig) sorgt für den Rest.

 

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