John Higgs – Alles ist relativ und anything goes

Den Originaltitel von John Higgs geistreichem Streifzug durch das vergangene Jahrhundert finde ich viel passender: „Stranger than We Can Imagine: Making Sense of the Twentieth Century“. Das bringt es auf den Punkt: Das 20. Jahrhundert war voller einschneidender Veränderungen, großer Entdeckungen und radikal neuer Gedanken und Ideen, die John Higgs in 15 Kapiteln unterhaltsam und gekonnt vorstellt. Relativitätstheorie, Moderne, Krieg, Individualismus, Das Es, Unbestimmtheit, Science Fiction, Nihilismus, Weltraum, Sex, Teenager, Chaos, Wachstum, Postmoderne und Netzwerk heißen seine Kapitel. Anhand von gelungenen Anekdoten und anschaulichen Beispielen und mittels gründlich recherchierter Hintergrundinformationen führt Higgs in „Alles ist relativ und anything goes“ gekonnt durch diese komplexen Themen, deckt verblüffende Zusammenhänge auf und macht immer wieder Lust darauf, Neues zu entdecken – über eine Zeit, in der die meisten Hörer aufgewachsen sind und die wir in- und auswendig zu kennen glauben.

Eine Reise durch das unglaublich seltsame und ziemlich wahnsinnige 20. Jahrhundert

John Higgs gelingt es, auf seiner imaginären Reise Geschichte greifbar zu machen. Die Hörer begegnen neben Albert Einstein auch Keith Richards, Elvis Presley, Salvador Dalí, Wernher von Braun, dem Videospielhelden Mario, Schrödingers Katze und vielen anderen. Und jeder von Ihnen hat eine spannende Geschichte im Gepäck, die Higgs auf seine ganz eigene Weise erzählt: So erklärt er z.B. Einsteins Relativitätstheorie anhand eines fallenden Würstchens. Mit dem versierten Sprecher Frank Arnold wird dieses ungekürzte aber kurzweilige Sachbuch zu allerbestem "Infotainment".

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