H.G. Wells – Die Zeitmaschine

In der Science Fiction-Literatur gibt es ein paar frühe Klassiker, die jeder Fan des Genres kennt: zum Beispiel Jules Vernes Abenteuerstory „20.000 Meilen unter dem Meer“, oder Aldous Huxleys Dystopie „Schöne neue Welt“, und eben auch „Die Zeitmaschine“ von H.G. Wells. Der zuletzt genannte Roman wurde im Rahmen einer H.G. Wells-Reihe beim Label Folgenreich als ebenso spannendes wie modernes Hörspiel umgesetzt.

Die Zeitmaschine – Klassiker in neuem Gewand

Die Geschichte des 1895 veröffentlichten Klassikers dürfte weitgehend bekannt sein: Ein junger Forscher entwickelt eine Zeitmaschine, reist weit in die Zukunft und begegnet dort zwei degenerierten Menschenarten, den kindlich-naiven Eloi und den lichtscheuen, monsterartigen Morlocks. Das Hörspiel von Folgenreich wurde vom Produzenten Oliver Döring als Zweiteiler angelegt und die Rahmenhandlung vom Ende des 19. Jahrhunderts in die 1970er Jahre verlegt. Dem genialen Wissenschaftler Jack wird unterstellt, Forschungsgelder zu unterschlagen. Um zu beweisen, dass die finanziellen Mittel tatsächlich in ein Projekt fließen, zeigt er seinen Freunden Cabbs und Peter seine geheim gehaltene, bahnbrechende Erfindung: eine Zeitmaschine. Im ersten Teil erklärt er den beiden (und damit auch dem Hörer) anhand eines Prototyps die Maschine, muss weitere Beweise erbringen und lädt sie und zwei weitere Forscher zu einem Abendessen ein. Bei diesem Dinner kommt er in derangiertem Zustand von einer Zeitreise ins Jahr 802.701 mit einer unglaublichen Geschichte zurück … In Teil 2 wird eben diese Zeitreise erzählt: Wie Jack sich mit dem Eloi-Mädchen Weena anfreundet, wie er hinter das Geheimnis der Eloi und Morlocks kommt und wie er seine von den Morlocks verschleppte Zeitmaschine zurückgewinnen muss …

Die Zeitmaschine - beeindruckendes Kopfkino

Auch wenn man die Geschichte schon kennt: Dank der modernen Adaption, den hervorragenden Sprechern (v.a. Hans-Georg Panczak, der deutschen Stimme von Luke Skywalker, in der Hauptrolle) und der mit klugem Sounddesign technisch und dramaturgisch perfekten Umsetzung ist „Die Zeitmaschine“ ein spannendes Hörspiel. Man fiebert mit Jack mit und hofft, dass es vielleicht doch ein glücklicheres Ende als in der literarischen Vorlage gibt. Der einzige Kritikpunkt an dieser empfehlenswerten Hörspieladaption ist die Aufteilung der Geschichte in zwei Teile – aber das ist wohl dem Reihencharakter geschuldet. In dieser H.G. Wells-Reihe ist übrigens auch der Mystery-Thriller „Das Imperium der Ameisen“ erschienen, und das SciFi-Drama „Krieg der Welten“ gibt es ab Juni.

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