Elke Heidenreich – Alles kein Zufall

Sie ist Hessin, Schriftstellerin, Moderatorin, Journalistin, Librettistin und auch Kulturkritikerin. Darüber hinaus – fast hätte ich es vergessen – auch eine begnadete Kabarettistin. Ja, Elke Heidenreich kann viel und ist vieles. Die Tochter eines Kfz-Mechanikers hat es weit gebracht in unserer kulturellen Welt und sich seit Jahren in den verschiedensten Bereichen als feste Größe etablieren können. Man hört ihr einfach gerne zu. Möglich ist das neuerdings auch bei „Alles kein Zufall“. Das Sammelsurium aus kurzen Geschichten zeigt viele der Qualitäten. Selbstverständlich hat die Künstlerin die 224 Minuten Hörbuch selbst eingesprochen.

„Alles kein Zufall“ ist ein Hörbuch über Vögel

Jedes Hörbuch lebt davon, dass die Stimme des Erzählers zu dem passt, was erzählt wird. Bei Elke Heidenreichs „Alles kein Zufall“ kann man das schon mal abhaken. Grundsätzlich ist der Unterhaltungswert auch von der Gesamtkomposition, der ordentlichen Struktur der Erzählung abhängig. Auch das muss man in diesem Fall bejahen. Nicht nur, weil die einzelnen Kapitel auf den drei Hörbuch-CDs dem Alphabet nach angeordnet und benannt sind. Letztlich thematisieren die Geschichten vor allem eines – Vögel. Es sind eigensinnige Flügelbesitzer, bunte und unterschiedliche.

Die Höhen und Tiefen des Lebens – Das ist „Alles kein Zufall“

Gemeint sind mit den vielen Vögeln natürlich nicht die wirklichen Vögel, sondern Menschen, die letztlich machen, was sie wollen und nicht was sie sollten. Heidenreich skizziert ein immenses Portfolio an breitgefächerten Charakteren und zeigt, wie variabel das Leben verläuft, wie viele positive und negative Wendungen es nehmen kann. Interessanterweise verfolgt sie dabei einen deterministischen Ansatz. Das ist nämlich, wenn man mal genauer hinschaut „Alles kein Zufall“. Das kann man so sehen, muss man sicher nicht. Klar ist aber auch, dass die Autorin Elke Heidenreich dank ihrer von Zuneigung und Wärme geprägten Sprache gute Argumente dafür liefert, dass man ihr Glauben schenkt und sich so irgendwie nach und nach dem hingibt, was sie da vorstellt.

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