Bridge of Spies – Unser Filmtipp

Bridge of Spies

Bridge of SpiesDie Glienicker Brücke ist ein historisch bedeutsamer Ort. Besonders für die Menschen der heutigen Hauptstadt, die jene Zweiteilung Deutschlands praktisch vor der Haustür erlebten. Zur Zeit des Kalten Krieges hatte eben jener Abschnitt eine enorm wichtige Rolle. Als Verbindungsstück zwischen West-Berlin und der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam gelegen, wurden hier zwischen den Ost- und Westmächten gefangen genommene Spione ausgetauscht. Insofern ist Giles Whittells Historienstück „Bridge of Spies“ ein Werk, bei dem es um einen zentralen realen Kern geht. Dank Steven Spielberg, der nach der Lektüre einen Film konstruiert hat, schafft es die Glienicker Brücke jetzt auch auf die Leinwand. Ab heute ist „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ zu bewundern.

„Bridge of Spies“ - Austauschort im Kalten Krieg

Die Geschichte zu „Bridge of Spies“ dreht sich um den Spionageflug des US-Piloten Gary Powers (Austin Stowell). Dieser wird über der Sowjetunion vom Himmel gepustet, anschließend wegen Spionage zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Jurist James B. Donovan (Tom Hanks) soll ihn für die CIA herausboxen und auf diplomatischem Wege eine möglichst schnelle Freilassung erzielen. Ein Mittel dafür wäre der sowjetische Spion Rudolf Abel (Mark Rylance), der seinerseits in amerikanischer Gefangenschaft einsitzt und dessen Verteidigung Donovan bereits drei Jahre zuvor übernahm. Donovan versucht von Beginn an mit akribischem Einsatz, die Haut des Sowjets zu retten, was gerade bei seinen vertrautesten Mitmenschen – seiner Ehefrau Mary (Amy Ryan) und seinem Vorgesetzten Watters (Alan Alda) – für Missstimmung sorgt. Letztlich verhindert er das Todesurteil, weil er darauf verweist, dass Abel irgendwann als Tauschobjekt dienen könnte, falls ein US-Spion in die Hände des Feindes gerät. Besagtes Ereignis gibt ihm Recht und so soll Donovan für CIA-Chef Dulles (Peter McRobbie) den Austausch über die Glienicker Brücke durchführen.

„Bridge of Spies“ ist der perfekte Film für Tom Hanks

Steven Spielberg ist ein Regisseur, der seine Bandbreite bereits mehrfach unter Beweis gestellt hat. Er hat viele Filme gedreht, in denen es um besondere Menschen ging. In „Bridge of Spies“ widmet er sich nun wieder einem Thema, in dem der Durchschnittsamerikaner in den Fokus rückt. Sicherlich ist Donovan aufgrund der Treue zu seinen Überzeugungen, seinem Engagement und den moralischen Prinzipen ein herausragender Mensch, der Held in „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ ist aber letztlich ein bodenständiger Jedermann – die perfekte Rolle für Tom Hanks. Das hat er schon in „Apollo 13“ oder auch „Captain Phillips“ gezeigt. Ebenso in „Der Soldat James Ryan“, eine der nunmehr vier Zusammenarbeiten mit Spielberg. Gerade Hanks sorgt letztlich dafür, dass Spielbergs historischer Kalter-Krieg-Thriller eine meisterhafte Inszenierung darstellt. Das andere wesentliche Bauteil sind die authentischen Drehorte, hat sich das Team doch dazu entschieden, viele der einzelnen Szenen an den Originalspielorten in den Kasten zu bringen.

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