10 Milliarden: Wie werden wir alle satt? – Unser Filmtipp

10 Milliarden

10 MilliardenDie Erdbevölkerung wächst und zwar unaufhaltsam. Verantwortlich ist das immer weiter steigende Durchschnittsalter der Menschen. Aufgrund von medizinischem Fortschritt können viele Krankheiten, die dem Leben früher schnell ein Ende bereiteten, heute behandelt werden. Grundsätzlich ist das natürlich eine wunderbare Sache, denn es verhindert, dass Familien früh auseinandergerissen werden und man so mehr gemeinsame Zeit mit den Liebsten hat. Der negative Nebeneffekt aber besteht darin, dass immer mehr Menschen die immer weniger werdenden Ressourcen nutzen möchten. Das kann irgendwann zu einem großen Desaster führen. Genau von diesem Worst Case handelt Valentin Thurns neuer Film „10 Milliarden: Wie werden wir alle satt?“.

Wie sollen 10 Milliarden etwas zu essen bekommen?

Thurns 100-minütige Dokumentation über unsere Welt  beginnt mit einer einfachen, aber für unsere Zukunft wesentlichen Frage. Im Laufe des Jahrhunderts wird die Weltbevölkerung auf etwa zehn Milliarden Menschen anwachsen. Wie soll da jeder genug Nahrung bekommen, wenn schon jetzt etwa jeder Sechste in der Welt Hunger leidet? Die Antwort ist eigentlich so banal und wurde vom Regisseur bereits im letzten Film „Frisch auf den Müll“ benannt. Den Grundstein dafür legen wir Menschen, die heute im Jahr 2015 keinen Hunger leiden, aber Unmengen an Nahrung verschwenden. Die Basis, damit das Gebilde Menschheit auch noch im Jahr 2050 funktioniert, sieht er in der Landwirtschaft, der scheinbar immer weniger Wertschätzung entgegengebracht wird. „10 Milliarden: Wie werden wir alle satt?“ rückt diesen Sektor in den Mittelpunkt.

Bei zehn Milliarden Menschen muss schonend mit den Ressourcen umgegangen werden

Regisseur Thurn fragt mit viel Herzblut, ob wir beide landwirtschaftlichen Lager benötigen, um zehn Milliarden zu ernähren. Sowohl die massenorientierte, industrielle Landwirtschaft, die hocheffizient Nahrung zur Verfügung stellt, als auch die biologische, traditionelle Landwirtschaft, die unsere begrenzten Ressourcen schützt. In „10 Milliarden: Wie werden wir alle satt?“ werden Vertreter beider Wege nach ihren Zukunftsplänen gefragt, ganz unvoreingenommen wohlgemerkt. Thurn blickt auf alle Wechselwirkungen innerhalb der Landwirtschaft, vernetzt sämtliche Produktionsbereiche und schafft vor allem eines: Er sensibilisiert den Zuschauer für ein Thema, das uns alle betrifft. Letztlich entscheiden wir mit unserem täglichen Essverhalten, was unsere Kinder und selbst wir im hohen Alter noch zu essen haben.

 

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