Zwerg Nase im Glück: Ein neues Buch von Charlotte Birnbaum

Bismarck traf den Nagel auf den Kopf, auch diesmal: „Wer wüsste, wie Würste und Pasteten und Gesetze hergestellt werden, könnte nachts nicht mehr ruhig schlafen.“ Wir wissen es jetzt, dank Charlotte Birnbaum; und selbst Bismarck, der es bei den Gesetzen wusste, aber nicht bei den Metzgerprodukten, schmierte die Wurst daumendick aufs Brot.


Im vergangenen Jahr stellte Frau Birnbaum ihr Innereien-Kochbuch in der Städelschule vor. Diesmal heißt der aktuelle Titel: „Pasteten. Alte und neue Geheimnisse der Kochkunst„. Proben werden angeboten, dazu hat man am Wein nicht gespart. Sogar für die Pastete Souzeraine, aus dem Märchen von Wilhelm Hauff bekannt, findet man ein Rezept. Es gibt Menschen – wir bekennen, zu dieser Gruppe zu gehören -, für die allein die Aufzählung „4 Schweinefüße . . . 2 Knoblauchknollen . . . 1 Tasse Calvados . . . 1 Kelle Entenfett“ wie Poesie klingt. Doppelt so viele Besucher wie im vergangenen Jahr; wenn Frau Birnbaum mit der Buchproduktion weitermacht, wird sie einen größeren Raum beziehen müssen.


Unter den Städel-Schülern auffällig viele Skandinavier, die ein fast perfektes Englisch parlieren. Warum nur diese ganzen Schweden an der Schule? Charlotte Birnbaum ist gebürtige Schwedin, es scheint sich in ihrem Land herumzusprechen. Immer noch schwärmen die Besucher, die man schon 2008 sah, von den Innereien. In Stuttgart gebe es einen Koch, der sich darauf verstehe. Man plant schon einen „Internistenkongress“ in seinem Restaurant. Zuverlässig kann man die Weicheier und nichtsnutzigen Zeitgeistfreaks erkennen, wenn man ihnen mit Charlotte Birnbaums Kochbüchern die Gewissensfrage stellt.


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