Zulu – Unser Filmtipp

ZuluHollywood-Produktionen, die einen Plot behandeln, der auf dem Boden des afrikanischen Kontinents spielt, haben es nach dem Millennium verstärkt in den Fokus geschafft. Als Beispiel wäre hier „Blood Diamond“ zu nennen, dessen Welterfolg Darsteller Djimin Hounsou zum internationalen Topact aufsteigen ließ. Dieser sollte eigentlich auch in „Zulu“, unserem heutigen Filmtipp, die Hauptrolle mimen. Mit Forest Whitaker hat Regisseur Jerome Salle final einen anderen Schauspieler auserwählt. Dass er sich neben seinem Partner Orlando Bloom facettenreich zeigt, ist eine der großen Stärken des Politthrillers auf den Straßen Kapstadts.

Zulu – Ein Film mit großem Krimifaktor

Erst vor kurzem wurde im autobiographischen Epos „Mandela“ das Thema Apartheid all jenen Kinobesucher nähergebracht, denen die Rassendoktrin auf dem schwarzen Kontinent bisher ein Fremdwort waren. „Zulu“ erweckt nicht nur im Titel, dass Salle („Fluchtpunkt Nizza“) in die gleiche Schublade greift. Anstatt eine politische Dokumentation auf die Leinwand zu bringen, führt er aber vor allem das im gleichnamigen Roman „Zulu“ von Caryl Ferey gut ausgebaute Element eines Kriminalfalls aus. In diesem muss sich der Polizeichef Kapstadts Ali Sokehla, „Zulu“, mit dem Mord an der Tochter eines nationalen Helden beschäftigen. Forest Whitaker („Der Butler“) füllt die Rolle des zwielichtigen Ermittlers, der den Verlust seines Vaters durch die Rassistenmiliz psychisch längst noch nicht verarbeitet hat, mit Bravour aus.

Zulus Ermittlungen führen in ein Wespennest

Das gilt auch für Kollege Orlando Bloom („Der Herr der Ringe“), der Zulus Partner Brian Epkeen ein Gesicht gibt. Der verlotterte Frauenheld neigt gelegentlich zu Wutausbrüchen und scheint so nicht weniger unberechenbar zu sein. Bei ihren Ermittlungen zum Mord an einer weißen Studentin stößt das ungleiche Team auf eine neue Designerdroge und gerät immer tiefer in einen Sumpf, in dem selbst die früheren Vertreter der Apartheid noch ein Wörtchen mitzureden haben. Geschickt und phasenweise sehr drastisch inszeniert, besteht „Zulu“ aus vielen sehr derben Einstellungen, was die Altersbeschränkung von 16 sinnvoll macht. Wer sich von ein wenig Blut nicht abschrecken lässt und einen Politikthriller mit gewisser Tiefe nicht verpassen möchte, kommt an „Zulu“ aber nur schwer vorbei.


Ein Kommentar zu “Zulu – Unser Filmtipp” Eigenen verfassen
  1. Moritz

    Ich denke mal, der Film kommt auch deshalb an, weil der Regisseur eine verdammt gute Sicht auf die Dinge erschaffen konnte. Wenn ich das richtig sehe, war er nicht umsonst vor den Dreharbeiten in Südafrika, um sich alles genau anzuschauen – hab ich hier gelesen -scheint wohl auch zu stimmen. Andere schreiben, dass es ein ganz normaler Krimi ist, der nur mal nicht in den USA spielt. Das kann ich so nicht bestätigen! Apartheid und alles was damit zu tun hat, kommt eben am besten vor der Kulisse Kapstadts zum Tragen.

    18.01.2016
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