Literarische WM 2014 – Gruppe H

In zwei Tagen geht es endlich los. Spätestens ab Donnerstag 22 Uhr schaut die ganze Welt auf Brasilien. Die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 werden in der ganzen Welt live übertragen, der Globus befindet sich im absoluten Fußballfieber. Das gilt verstärkt für alle teilnehmenden Länder, von denen wir heute die letzten vier auf ihre literarischen Aushängeschilder hin analysieren. Mit der Gruppe H schließt sich so der Kreis aller vorzustellenden Gruppen. Rein literarisch gesehen haben die letzten Wochen gezeigt, wie abwechslungsreich und hochwertig die WM 2014 werden wird.

Tolstoi - Anna KareninaRussland – Leo Tolstoi

Befasst man sich mit russischer Literatur, kann man an Lew Nikolajewitsch Tolstoi nicht vorbeikommen. Wie kein anderer, hat es der Autor geschafft, die Gegebenheiten seines Landes derart prägnant einzufangen und auf Papier zu bringen. Leo Tolstoi – Das ist schlichtweg die Literatur in Russland. Unvergessen sind Werke wie „Anna Karenina“, deren gleichnamige Hauptprotagonistin in den Gesellschaftsstrukturen gefangen ist und ihre Leidenschaft so, genau betrachtet, zurückzustellen hat.

Djebar - Nächte in StraßburgAlgerien – Assia Djebar

Algerien tritt die Reise nach Brasilien als krasser Außenseiter an. Dabei kann sich das literarische Repertoire des nordafrikanischen Staates durchaus sehen lassen. Die 77-jährige Historikerin und Regisseurin Assia Djebar beispielsweise hat es geschafft, ihre Schriften über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen. „Nächte in Straßburg“ verbinden die französische mit der algerischen Geschichte und da es vorrangig um den Bezug zum Zweiten Weltkrieg geht, gibt es auch eine gewisse Prise unserer eigenen Landesgeschichte.

Vermeulen - Der Maler des VerborgenenBelgien – John Vermeulen

Leonardo Da Vinci ist eine der schillerndsten Personalien der Menschheitsgeschichte. Einen besseren Aufhänger hätte sich John Vermeulen, eines der ganz großen Gesichter der Literatur aus Belgien, nicht auswählen können. Sein historischer Roman „Der Maler des Verborgenen“ begibt sich auf Da Vincis Spuren, begleitet ihn während seiner Lehrjahre in Florenz, an den Höfen der Medicis und Borgias sowie beim Kontakt zu anderen einflussreichen Herrschern. Hierbei gelingt es Vermeulen mit Bravour, den Geist der Zeit für alle Leser lebendig werden zu lassen.

Sunwon - Bäume am AbhangSüdkorea – Hwang Sun-won

Hwang Sun-won ist im heut verfeindeten Nordkorea geboren, definitiv aber Vertreter der Literatur seiner wahren Heimat Südkorea. Der Poet, der bereits in jungen Jahren mit vielen Gedichten für Furore sorgte, ließ später eine zahlreiche Auswahl an Kurzgeschichten und auch den einen oder anderen Roman folgen. „Bäume am Abhang“ ist ein eben solcher. Hier behandelt Sun-won das Schicksal der durch den Krieg traumatisierten Jugend und begleitet sie bei ihrem steinigen Heilungsprozess.

Der bücher.de-Tipp für das Achtelfinale:

Leo Tolstoi und John Vermeulen


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