Literarische WM 2014 – Gruppe G

Jogi Löw hat sich Anfang dieser Woche für jene 23 Spieler entschieden, die bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien die Mission Titelgewinn angehen sollen. Selbiges hatten auch die Trainer der anderen 31 Teilnehmer zu bewerkstelligen. Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass es langsam aber sich in die ganze heiße Phase geht. In nicht mal einer Woche wird der erste Brazuca der WM 2014 angestoßen. Die heute vorzustellende Gruppe G, in der sich auch unsere DFB-Auswahl tummelt, steigt dann erst in der darauffolgenden Woche in das Turnier ein. Zeit genug, sich vielleicht nochmal den literarischen Leistungen zu widmen.

Antunes - Der Archipel der SchlaflosigkeitPortugal – Antonio Lobo Antunes

Der Portugiese Antonio Lobo Antunes ist nicht nur einer der herausragenden Literaten seines Landes, seit Jahren wird er auch schon als kommender Literaturnobelpreisträger genannt. Was Ronaldo auf dem grünen Rasen für sein Land darstellt, ist der Autor von „Der Archipel der Schlaflosigkeit“ mit Blick auf Papier und Stift. Sein Familienroman über drei Generationen ist ein Beispiel für die immer noch präsente archaische Gewalt, der sich viele Portugiesen auch im 21. Jahrhundert noch zu beugen haben.

Aidoo - ChangesGhana – Ama Ata Aidoo

Die ghanaische Politikerin und Schriftstellerin Ama Ata Aidoo hat es mit ihrem Schreiben geschafft, über die Landesgrenzen hinweg für Eindruck zu sorgen. Schriften wie „Changes“ erlangten selbst in den USA großen Zuspruch. Die Tochter eines Stammeshäuptlings ist studierte Anglistin und beweist dies in ihren Werken zu jeder Zeit. Zu den zentralen Themen gehören in erster Linie die immer noch sehr untergeordnete Rolle der Frau auf dem afrikanischen Kontinent sowie religiöse und politische Problemfragen.

Hemingway - Der alte Mann und das MeerUSA – Ernest Hemingway

Bei all den heute sehr erfolgreichen US-amerikanischen Schriftstellern, den Dan Browns, Stephen Kings oder Sylvia Days – der größte Literat der nordamerikanischen Literaturhistorie ist und bleibt Ernest Hemingway. Der Schriftsteller, der sich gerne mal dem Genuss von Whiskey und Zigarre hingab, findet sich nicht umsonst in der Nobelpreisträgerliste wieder. Das wohl größte Werk ist die Novelle „Der alte Mann und das Meer“, in welcher Hemingway mit gewohnt nüchternem Stil die Geschichte eines alten Fischers erzählt.

Kehlmann - FDeutschland – Daniel Kehlmann

Natürlich hat Daniel Kehlmann längst noch nicht des Status eines Goethe oder eines Schiller. Doch gemäß der jugendlichen Zusammenstellung und dem damit verbundenen Spielstil unserer Nationalelf mit Götzes Raffinesse und dem Reus´schen Torinstinkt hat es ein Autor der modernen deutschen Literatur in diese Auswahl verdient. Kehlmann, der sich zuletzt mit „F“ auf die Suche nach der menschlichen Identität als solche begeben hat, ist ein Vertreter des neuen Schreibens und womöglich ist es diese erfrischende Art, die uns den Titel bringt.

Der bücher.de-Tipp für das Achtelfinale:

Daniel Kehlmann und Antonio Lobo Antunes


Leider gibt es noch keine Kommentare Schreib den ersten!
Kommentar schreiben

Folge buecher.de bei Twitter