Literarische WM 2014 – Gruppe F

Exakt eineinhalb Wochen werden noch vergehen, ehe der Gastgeber Brasilien im Spiel gegen Kroatien in Sao Paulo die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 einläutet. Bis es soweit ist, wollen wir hier im Blog alle Teilnehmer auf ihre bisherigen literarischen Leistungen durchleuchten. In der heutigen Gruppe F gibt es da auch zwei Damen, die sich in den Vordergrund drängen und ihre Nationen im Rahmen unserer literarischen Fußball-WM vertreten.

Kozameh - Ostrich LegsArgentinien – Alicia Kozameh

Die Gauchos gelten neben Brasilien, Spanien und Deutschland als großer Favorit auf den Titel, die Literatin Alicia Kozameh hätte den Pokal in jedem Fall verdient. Ihre Werke, zu deren größten „Ostrich Legs“ gehört, tragen stets autobiographische Elemente, wobei es vor allem um die Verarbeitung der militärischen Diktatur ihres Landes geht. Kozameh, ein Sinnbild der heutigen argentinischen Literaturszene, verschleiert dies im Werk, in welchem es nur vordergründig um das Schicksal der Schwestern Alcira und Mariana geht.

Filipovic - Zlatas DiaryBosnien-Herzegowina – Zlata Filipovic

Zlata Filipovic geriet erstmals in den Fokus, als sie ihr Tagebuch während der Belagerung Sarajevos veröffentlichte. „Zlata´s Diary“ ist ein Zeugnis der Angst und täglichen Unruhe, die sich in die Schriftstellerin und viele Landsleute des heutigen Bosnien-Herzegowina einbrannte. Zu Beginn ihrer Aufzeichnungen war Filipovic gerade einmal zehn Jahre. Nicht nur aus diesem Grund werden ihrem Werk große Parallelen zu Anne Franks Tagebuch attestiert. Es zeigt uns einmal mehr mit viel Gefühl, wie sinnlos es ist, dass sich Menschen in Kriegen bekämpfen.

Soyinka - Brich auf in frühe DämmerungNigeria – Wole Soyinka

1986 erhielt Wole Soyinka als erster afrikanischer Autor den Literaturnobelpreis. Diesen Meilenstein hatte sich der Nigerianer in vielerlei Hinsicht verdient, denn Soyinka ist ein Autor, der kein Blatt vor den Mund nimmt, der dank seiner Wortgewandtheit die Leute erreicht. Der UNESCO-Botschafter schreibt trotz seiner nunmehr 80 Jahre fleißig weiter und gibt in Stücken wie „Brich auf in früher Dämmerung“ regelmäßig Einblick in die afrikanische Literatur. Dabei geht es vor allem um Themen wie Freiheit, Demokratie und die Wahrung von Menschenrechten.

Aslan - ZelotIran – Reza Aslan

Der Iraner Reza Aslan komplettiert ein literarisches Quartett, das sich ebenso abwechslungsreich präsentiert wie auch die Gruppe F selbst. In „Zelot“ begibt sich der im religiösen Bereich nahezu omnipräsente Autor auf die Spuren des Jesus von Nazaret. Wie nie zuvor zeigt uns Aslan eine Zeit, die von politischem wie religiösem Wirren gekennzeichnet war und die letztlich den Nährboden für die Ausbildung des Christentums mit einer über Jahrtausende hinwegdauernden Historie bot.

Der bücher.de-Tipp für das Achtelfinale:

Alicia Kozameh und Wole Soyinka


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