Literarische WM 2014 – Gruppe E

Die kontinentalen Voraussetzungen in der heute im Fokus stehenden Gruppe E sind exakt so wie sie es auch am Montag waren, wo wir uns die literarischen Leistungen der Gruppe D angeschaut haben. Wie in der Todesauswahl duellieren sich auch in der fünften Turniergruppe der Fußballweltmeisterschaft 2014 zwei europäische, eine mittel- sowie eine südamerikanische Mannschaft. Betrachtet man da nur die schriftstellerische Klasse, erwarten wir äußerst facettenreiche Festspiele.

Icaza - HuasipungoEcuador – Jorge Icaza

Jorge Icaza Coronel, dessen Todestag sich an diesem Montag zum nunmehr 36. Mal jährte, gilt als einer der einflussreichsten ecuadorianischen Literaten. Mit Schriften wie „Huasipungo“ problematisierte er den Umgang mit den Indigenas. Wenngleich der Roman aus unserer Sicht stilistisch als nicht so hochwertig erscheint, ist er doch einer der bedeutendsten im lateinamerikanischen Raum. Vor allem bietet er Raum für Kichwa, die Sprache der Indigenen, deren weiträumige Unterdrückung ein Beispiel für den Umgang mit der Bevölkerung darstellt.

Dürrenmatt - Der Besuch der alter DameSchweiz – Friedrich Dürrenmatt

Auch die Eidgenossen haben schon so manch großartige Lektüre innerhalb ihrer eigenen Reihen entstehen lassen. Friedrich Dürrenmatt ist aus dem deutschsprachigen Schulwesen kaum wegzudenken, „Der Besuch der alten Dame“ ebenso wenig. Die tragische Komödie um die Rache einer Verlassenen, die ihren späten Ruhm dazu nutzt, eine alte Rechnung zu begleichen, ist das bekannteste Werk aus einer Vita voller herausragender Schriften.

Quesada - Never through MiamiHonduras – Roberto Quesada

Honduranische Literatur ist heute noch immer als sehr exotisch zu betrachten. Einige wenige Autoren haben es geschafft, auch außerhalb der Landesgrenzen für ein wenig Aufsehen zu sorgen. Roberto Quesada ist einer der Wenigen, auf die das Attribut „international bekannt“ zumindest teilweise zutrifft. Wirft man einen Blick in seinen Roman „Never Through Miami“, wundert man sich, warum er in Deutschland bisher keine Resonanz erfahren hat. Die Geschichte erzählt vom Künstler Elias Sandoval, der in den Staaten seinen Traum ausleben möchte.

Le Clezio - Das Yama-BaumFrankreich – Jean-Marie Gustave Le Clezio

Mit dreizehneinhalb Nobelpreisen für Literatur führt Frankreich die ewige Siegerliste der Auszeichnung an. 1901 gewann Sully Prudhomme den allerersten Preis, Jean-Marie Gustave Le Clezio erhielt die Ehrung als letzter Franzose im Jahr 2008, wobei die Wurzeln des heute 74-Jährigen auch in Mauritius liegen. Seine Erzählungen beinhalten stets psychoanalytische Ansätze. So behandelt er in „Der Yama-Baum und andere Geschichten“ Einzelschicksale von Menschen in existenziellen Krisensituationen.

Der bücher.de-Tipp für das Achtelfinale:

Jean-Marie Gustave Le Clezio und Friedrich Dürrenmatt


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