Wie ein Fußballspiel zum Rennen gegen die Zeit wird

Es ist der 13. Juni 2010. Ganz Deutschland blickt auf das erste Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Australien im mit 70.000 Zuschauern gefüllten Stadion in Durban. Auch die Journalistin Linda Roloff ist vor Ort und fiebert mit Spannung der Erstrundenpartie entgegen. Linda hofft wie alle Deutschen auf die Führungsqualitäten des Capitano Ballack, wünscht sich ein Kopfballtor von Miro Klose und will, dass Manuel Neuer die Dinger von der Torlinie kratzt, doch Linda hat noch einen ganz anderen Grund. Sie hat einen Tipp bekommen, dass die Terrororganisation Subafrica sich das Stadion in Durban für einen Anschlag ausgesucht hat.

Autor Edi Graf spielt ein wenig mit dem Leser und dessen Angst, in einer von Anschlägen gebeutelten Welt beim größten Ereignis des Jahres eben solch einen zu erleben. Ohnehin scheint die erste Fußballweltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent gefährlich, nicht zuletzt nach dem Anschlag in Cabinda Anfang des Jahres. Deshalb ist das Werk auch so verdammt nah an der Realität. Lindas Geschichte in „Bombenspiel“ beginnt mit dem Leichenfund von Henning Fries im Stuttgart-Neckar-Park. Der Bauingenieur des Stadions in Durban wollte mit ihr über irgendetwas Wichtiges sprechen. Linda gerät selbst unter Mordverdacht und entschließt sich zur Flucht nach vorne. Sie reist nach Johannesburg, wo sie Schritt für Schritt einer Verschwörung auf die Spur kommt.


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  1. Michael Petrikowski

    Edi Graf verbindet in seinem Kriminalroman „Bombenspiel“ geschickt reale Ereignisse im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft, wie zum Beispiel die Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft, mit einer fiktiven Geschichte. Dabei lässt der Autor viele detaillierte Schilderungen Afrikas in seinen Roman einfließen, wodurch der Plot streckenweise etwas langatmig wird. Afrikafans werden dieses Buch lieben, Freunde rasanter, actiongeladener Krimis werden leider enttäuscht sein.

    25.05.2010
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