Wie die GEZ die Gebühren umstellen möchte

Die Ministerpräsidenten der Länder haben sich auf die neue Gebührenordnung verständigt, die künftig für die GEZ gelten soll. Demnach wird nicht mehr nach Geräten gestaffelt, wie es jetzt noch üblich ist (bspw. für Radio und Fernseher unterschiedliche Höhen). Stattdessen gibt es eine einheitliche Haushaltsabgabe, die jedoch den momentanen Höchstbetrag von 17,98 € nicht übersteigen soll.

Was vielen sicher sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass die Haushaltsabgabe immer zu entrichten ist – egal, ob man ein Radio, einen Fernseher, einen PC oder Sonstiges besitzt und nutzt. Wo Kritiker also schon vorher das Gebührenmodell unfair fanden, weil man bspw. zahlen musste, obwohl man überhaupt nicht das Angebot nutzt, welches damit finanziert wird, verschärft sich die Situation mit dem neuen Modell zunehmend.

Kurt Beck sagte dazu: „Ziel der Länder ist es, die Finanzierung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf eine zeitgemäße Grundlage zu stellen, die Kontrollbedürftigkeit innerhalb des Systems deutlich zu reduzieren und vor allem auch die Privatsphäre der Rundfunkteilnehmer zu schonen.“

Damit hat er natürlich nicht ganz Unrecht, verschweigt jedoch, dass die geringere Kontrollbedürftigkeit auf dem Rücken derer verabschiedet wurde, die nun mehr zahlen als zuvor, obwohl sich ihr Konsum nicht verändert hat. Für die GEZ ist es natürlich eine starke Vereinfachung und man kann sie wohl als klaren Gewinner der Diskussionen bezeichnen.


2 Kommentare zu “Wie die GEZ die Gebühren umstellen möchte” Eigenen verfassen
  1. Kessy

    Ich glaube auch nicht,das dass neue Modell durchsetzbar ist.Nehmen wir z.B mal einen Harz 4 Empfänger,der jetzt noch GEZ Befreit ist. Wie soll das nachher funktionieren?Wird dann gleich die 17,98 € von dem Harz 4 Geld mit abgezogen??

    27.06.2010
  2. Michael Petrikowski

    Wenn künftig auch Haushalte ohne Radio und Fernsehen Gebühren bezahlen müssen, dann frage ich mich, wann kommt die Hundesteuer für alle? Auch für die, die keinen Hund besitzen.
    Kann mir dann der Elektromarkt eine Rechnung für einen Fernseher schicken, den ich nicht gekauft habe?
    Eine Verfassungsklage ist doch jetzt schon absehbar.

    25.06.2010
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