Widerstand im Dritten Reich – ein schweres Thema

Geschichtsbücher erscheinen häufig trocken, sie lesen sich sehr wissenschaftlich und spiegeln keine fiktiven Geschichten wider, sondern eben jene Sachen, die wirklich passiert sind, jene, die wir bereits kennen und unzählige Male in Reportagen oder dem Geschichtsunterricht durchgekaut haben. Das große Problem ist, dass wir uns mit diesen in der Regel nicht identifizieren können, so wie wir es mit den Hauptcharakteren in einem Roman gerne tun. Wir leben einfach in einer anderen Zeit. Es gibt aber auch historische Phasen, mit denen wir Deutschen uns zwar nicht identifizieren, aber durchaus beschäftigen müssen. Der Nationalsozialismus ist so eine Phase, er ist ein wesentlicher Teil der Deutschen Geschichte.

Der Niederländer Ger van Roon hat sich mit diesem ganz besonderen Kapitel deutscher Geschichte beschäftigt und mit „Widerstand im Dritten Reich“ ein Werk herausgebracht, das eine etwas andere Seite, die gerne mal übersehen oder falsch gedeutet wird, zeigt. Wir fragen uns heute, wie es Hitler möglich war, so viele in den Hass zu ziehen, so viele für die eigenen Ziele zu begeistern und warum ihn niemand aufgehalten hat. Dieses Werk zeigt, dass dies durchaus probiert wurde, doch es alles nicht so einfach war wie es uns heute, mit 70 Jahren Abstand, erscheint. Van Roon lichtet alle Gruppierungen in wirklich allen Gesellschaftsschichten ab und natürlich lässt auch er den wissenschaftlichen Aspekt nicht zu kurz kommen. Dennoch liefert er uns einen brillanten Einblick in jene Welt, in der man aus dem Versteck heraus versuchte, das Regime zu stoppen, wenngleich dies viele Opfer forderte und manchen mehr als nur das eigene Leben kostete.


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