Was hat der Buchmessenauftritt den ehemaligen Gastländern eigentlich gebracht?

Türkei, 2008

Jetzt mal ehrlich: Bevor die Türkei Ehrengast auf der Buchmesse 2008 war, fiel einem beim Stichwort türkische Literatur herzlich wenig ein. Orhan Pamuk, ja, den kannte man; und auch Yasar Kemal, schließlich hatte er 1997 in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegengenommen. Ansonsten dachte man bei türkischer Literatur eher an die Streitschriften von Autorinnen wie Necla Kelek und Seyran Ates. Je näher die Buchmesse aber rückte, desto mehr türkische Autoren schafften es auf einmal in die Feuilletons. Ihre Werke erzählten keine Gastarbeitergeschichten, sie erzählten von dem, was alle Schriftsteller bewegt: vom Glück und dessen Unmöglichkeit. Zur Buchmesse erschienen über vierhundert Titel zur Türkei, davon etwa einhundertsechzig Übersetzungen aus den Bereichen Belletristik und Kinderbuch. Insgesamt waren zweihundertfünfzig Autoren und hundert Verlage aus der Türkei auf der Messe vertreten.

Mit seinem Motto „Türkei – faszinierend farbig“ brach das Land ganz bewusst mit dem bis dato gepflegten Reinheitsgebot der türkischen Kultur: Auch armenische, jüdische und kurdische Verlage präsentierten ihre Bücher. Ein Jahr später ist es allerdings wieder still um die türkische Literatur geworden. Das sei normal, nach der Reminiszenz folge erfahrungsgemäß die Depression, sagt Lucien Leitess, der Verleger des Schweizer Unionsverlags, der mit seiner „Türkischen Bibliothek“ die Liste von ins deutsche übersetzten türkischen Autoren anführt. Und dennoch sieht er einen positiven Effekt: „Man muss den Menschen nicht mehr erklären, dass es türkische Literatur gibt.“


Ein Kommentar zu “Was hat der Buchmessenauftritt den ehemaligen Gastländern eigentlich gebracht?” Eigenen verfassen
  1. […] Was hat der Buchmessenauftritt den ehemaligen Gastländern eigentlich gebracht? Der Bücher Blog – Bestseller, Kritiken, Aktuelles – PeopleRank: 11 – 16.10.2009 …Necla Kelek und Seyran Ates. Je näher die Buchmesse aber rückte, desto mehr türkische Autoren schafften es auf einmal in die Feuilletons. Ihre Werke erzählten keine Gastarbeitergeschichten, sie erzählten von dem, was alle Schriftsteller bewegt: vom… Namen genannt : Orhan Pamuk  + voten […]

    18.10.2009
Kommentar schreiben

Folge buecher.de bei Twitter