Was hat der Buchmessenauftritt den ehemaligen Gastländern eigentlich gebracht?

Indien, 2006

„Die großen Erwartungen, die die Frankfurter Buchmesse 2006 mit Indien als Schwerpunktland geweckt hat, wurden leider nicht erfüllt.“ So resümiert Jose Punnamparambil, ein wichtiger Brückenbauer zwischen den Literaturen Indiens und Deutschlands. Es gebe qualifizierte Übersetzer aus den wichtigen indischen
Sprachen, was eine Grundvoraussetzung ist, dass indische Literatur in Deutschland „ankommt“. Doch fehle eine „gezielte und wohlüberlegte Förderung dieser Literatur von offizieller Seite, es fehlt auch zukunftsweisende Zusammenarbeit zwischen deutschen und indischen Verlagen“.

Tatsächlich sind nach der Fülle guter Übersetzungen indischer Literatur, meist aus dem Englischen, nur wenige Übersetzungen nachgefolgt. Die großen Verlage konnten der indischen Literatur nicht zum erhofften Durchbruch verhelfen. Darum sind außer den etablierten Schriftstellern – Kiran Nagarkar, Khushwant Singh, Amitav Ghosh – kaum neue Entdeckungen hinzugekommen. Nur eine sticht hervor: der Booker-Preis-Gewinner Aravind Adiga mit seinem Debüt „Der weiße Tiger“.

Allerdings hat der kleine, der indischen Literatur gewidmete Draupadi-Verlag einen Aufschwung erlebt. Sein Verleger Christian Weiß sagt: „Im Jahre 2006 wurden viele Journalisten zum ersten Mal auf den Draupadi Verlag aufmerksam.“


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