Verheißung von Jussi Adler-Olsen – Unser Buchtipp

Adler-Olsen - VerheißungDänemark ist ohne Frage ein recht ruhiges Land. Auf den einzelnen Inseln unserer nördlichen Nachbarn kann man abschalten, in einem Sommerhaus am Wasser entspannen oder in Kopenhagen an wundervollen Fachwerkhäusern vorbeispazieren. Die Dänen selbst sind ein wahnsinnig freundliches Völkchen, die Gäste stets willkommen heißen und ihnen beim Aalessen beweisen, wie trinkfest sie sind. Mitten aus ihren Reihen stammt Jussi Adler-Olsen, der wohl erfolgreichste Krimiautor dieser Tage. Es gibt kaum einen, den man in einem Atemzug nennen könnte, weil Adler-Olsen mit dem Sonderdezernat Q eine ganz besondere Einheit geschaffen hat und mit Carl Mørck einen Ermittler, der unglaublich viele Lesefans zählen darf. Im neuen Roman „Verheißung“ lässt sein Autor ihn wieder auf all die Bösen los, die in Nordeuropa ihr Unwesen treiben.

Verheißung ist Carl Mørcks sechster Streich

Jussi Adler-Olsen hat sein schriftstellerisches Tun nicht allein auf Carl Mørck und die Bände mit seiner Person eingeschränkt. Immer mal erleben wir auch eine Geschichte fernab der beliebten Reihe. Sehr empfehlenswert ist beispielsweise „Das Analphabetenhaus“ – eine Geschichte mit Weltkriegsbackround. In „Verheißung“ ist die Zeit selbstverständlich etwas fortgeschritten, ein bisschen Historie hat aber auch das neue Werk zu bieten. Siebzehn Jahre lang hat ein Kommissar vergeblich versucht, den mysteriösen Tod einer Frau aufzuklären. Nach Jahren vergeblicher Ermittlungen wendet er sich an Mørck und sein Team. Kurze Zeit später stirbt er, sein Sohn unmittelbar danach. Wer Jussi Adler-Olsen kennt und somit auch Carl Mørck, der weiß, dass der Fall nun erst so richtig an Fahrt gewinnt. Die Grundlage für ein weiteren erfolgreichen, den nunmehr sechsten, Kriminalroman ist gelegt. Er führt das Team nach Öland zu einer sonderbaren transzendentalen Vereinigung von Mensch und Natur. Ein Umfeld, in dem große Gefahren lauern.

Verheißung – jede der 608 Seiten ist das Lesen wert

Man kann zweischneidig über Werke eines solchen Umfangs denken. Klar ist aber auch, dass es niemand bereut, die 608 Seiten von „Verheißung“ durchzublättern. Die Anhänger der Reihe werden das Abenteuer ohnehin auf sich nehmen. Allen, die aufgrund des korpulenten Formats noch zweifeln, ob sie sich auf „Verheißung“ einlassen sollen, sei dieses Unterfangen ans Herz gelegt. Kaum einem Literaten gelingt es derzeit, ähnlich spannend und dennoch detailliert über einen Kriminalfall zu schreiben wie Jussi Adler-Olsen. Seine Stärke besteht in der ausführlichen Charakterisierung der einzelnen Protagonisten. Selbst beim sechsten Band bekommt man noch neue Facetten von Carl Mørck zu sehen. Bei den Mitgliedern seines Teams, das mittlerweile dank der langjährigen Zusammenarbeit perfekt funktioniert, ist es ähnlich. Hier sind Experten am Werk, ganz gleich ob an der Feder oder die daraus resultierende Akteure im Plot.


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