Vergeltung von Don Winslow – Unser Buchtipp

Winslow - VergeltungDerzeit steht auf der politischen Agenda eine andere Problematik. Der Konflikt um die Krim ist ein gefährlicher, die Auswirkungen für das globale Gefüge weitgehend unabsehbar. Da scheint das Thema Terrorismus weitgehend in den Hintergrund zu rücken. Der verstärkte Abzug aus Afghanistan ist ein Indiz dafür, dass man weltweit glaubt, den mit den Geschehnissen des 11. September, in Madrid oder London deutlich spürbaren Terrorismus der Bin-Laden-Ära überwunden zu haben. Für Autor Don Winslow, einen der gefragtesten Politthriller-Autoren dieser Tage, ist das eine gefährliche Herangehensweise, was er in seinem aktuellen Werk „Vergeltung“ sehr deutlich zur Sprache bringt.

Ein Söldner will Vergeltung

Protagonist Dave Collins ist früherer Elite-Soldat, hat somit das Thema Terror bereits in allen Facetten kennenlernen dürfen. Er steht dem Problem relativ offen gegenüber, es geht keinesfalls darum, sämtliche Islamisten vorzuverurteilen. Das ändert sich, nachdem Frau und Kind des jetzigen Sicherheitschefs beim JFK-Flughafen einem Terroranschlag zum Opfer fallen. Die Regierung möchte gerne verschleiern, dass es sich beim Absturz in New York um einen neuerlichen Terrorakt handelt, Collins aber brennt aus nachvollziehbaren Gründen auf „Vergeltung“. Um diese durchzusetzen, stellt er ein Heer aus Söldnern zusammen, das mit großer Leidenschaft die Verantwortlichen zur Strecke bringen möchte. Diese wiederum vereint Aziz, ein Terrorist, der sich längst den Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts angepasst hat und nicht mehr mit dem simplen Gotteskrieger zu vergleichen ist, um einen noch viel größeren Anschlag in die Tat umzusetzen.

Vergeltung – Ein bemerkenswert klarer Winslow

Mit internationalen Experten macht Collins Jagd auf Terroristen, ihr Weg führt von New York nach Kenia, Marseille, Barcelona und Sumatra, wo sich Aziz mittlerweile verschanzt hat. Ihr Vorgehen, sämtliche Terroristen „Vergeltung“ spüren zu lassen, mag martialisch klingen. Phasenweise ist das Szenario auch genauso angelegt. Anders als in den vergangenen Schriften verzichtet Winslow aber dieses Mal auf ironische Anspielungen und bittere Kommentare des Geschehens. Er zeigt eine Bewegung gegen den Terror, die vor nichts zurückschreckt, um ihr Ziel durchzusetzen. Es obliegt jedem Leser, wie er dies bewertet und ob es für ihn unterhaltsam ist, wenn Menschen für das „Gute“ kämpfen und Terroristen büßen lassen.


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