Unser Buchtipp: Sitzen ist fürn Arsch

Die junge Wissenschaftlerin Vivien Suchert wurde vor 27 in Halle an der Saale geboren. Die Diplom-Psychologin beschäftigte sich während ihrer Promotion intensiv mit dem Risiko, das unser Sitzverhalten für unsere Gesundheit bedeutet. Ihre Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis: Wer länger sitzt, ist früher tot!

Sitzen ist fürn Arsch – Inhalt

Die Spezies Mensch ist dazu gemacht sich zu bewegen. Unsere Vorfahren waren Jäger und Sammler, die ohne arbeitserleichternde Hilfsmittel sich mühsam ihre Nahrung erarbeiten mussten. Viele Kilometer weit lief der Mensch damals um am Ende ein paar Beeren oder Wurzeln zu finden. Für uns heute unvorstellbar. Einige Zeit später lies sich der Homo sapiens nieder und lebte von der Landwirtschaft. Damals musste sich der Mensch tagtäglich körperlich betätigen. Ohne den Einsatz von Maschinen war die landwirtschaftliche Arbeit mit großer körperlicher Aktivität verbunden. Äcker mussten gepflügt und Kühe von Hand gemolken werden. Der technische Fortschritt und die ein oder andere Erfindung trugen dazu bei, dass uns immer mehr Arbeit und damit körperliche Aktivität abgenommen wurde. Maschinen, Fahrzeuge und Computer führten dazu, dass wir heute unseren Alltag ganz bequem im Sitzen meistern können. Zum einen arbeiten heute etwa 50% aller Berufstätigen im Büro und verbringen ihre 8-stündige Arbeitszeit im Sitzen vor dem Computer oder in Besprechungen. Mittags sitzt man in der Cafeteria und nach der Arbeit im Auto oder der Bahn. Anstatt die Freizeit zum Ausgleich des Bewegungsmangels zu nutzen, wird auch hier gesessen. Wir sitzen vor dem Fernseher, im Kino, im Theater oder mit Freunden in der Kneipe. Am Ende eines Tages sitzt der Mensch im Durchschnitt 7,5 bis 8 Stunden pro Tag. Und Sitzen bedeutet sich nicht zu bewegen. Dabei ist Bewegung für unseren wie der Name schon sagt „Bewegungsapparat“ so wichtig. Ärzte empfehlen jedem Menschen, dem seine Gesundheit am Herzen liegt, mindestens 10.000 Schritte pro Tag zurückzulegen. Doch ein Großteil der Bevölkerung kommt nicht einmal auf 6.000 Schritte pro Tag.

Eine 2013 veröffentlichte Studie belegt, dass Erwachsene, die über einen Zeitraum von drei bis acht Jahren zehn Stunden pro Tag im Sitzen verbringen eine um 34% höhere Sterberate aufweisen als Personen, die nur eine Stunde pro Tag sitzen. Statistisch gesehen kostet uns damit eine Stunde sitzend vor dem Fernseher 22 Minuten Lebenszeit.

Warum genau ist Sitzen so ungesund?

Langes Sitzen und damit fehlende Bewegung führen zu Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Erkrankungen und erhöhen das Krebsrisiko. Da langes Sitzen Ablagerungen in unseren Blutgefäßen (Ateriosklerose) begünstigt, erhöht sich damit das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit übergewichtig zu werden oder an Diabetes zu erkranken deutlich höher. Fast ein Drittel der Weltbevölkerung ist mittlerweile zu dick.

Wenn Ihnen Ihre Gesundheit wichtig ist, dann sollten Sie jetzt ihr eigenes Sitzverhalten überprüfen und gegebenenfalls gegensteuern. Denn eine Stunde Sport am Abend gleicht die viele im Sitzen verbrachte Zeit nicht aus. Wie Sie ihren Alltag bewegter gestalten und ihren persönlichen Weg aus der Sitzfalle finden, zeigt Ihnen Dr. Vivien Suchert in ihrem Buch Sitzen ist fürn Arsch!

Fazit: Sitzen ist fürn Arsch ist ein sehr unterhaltsames Buch mit witzigen Grafiken und Tabellen, das mehr Bewegung in unseren Alltag bringt. Vivien Suchert hat ein wissenschaftliches Thema anschaulich für Jedermann und jede Frau erklärt.


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