Unser Buchtipp: Libellen im Kopf von Gavin Extence

Der Brite Gavin Extence veröffentlichte 2014 mit „Das unerhörte Leben des Alex Woods“ seinen ersten Roman, der von Lesern wie Kritikern gut angenommen wurde. Der Spiegel-Bestseller zählt zu den am häufigsten empfohlenen Büchern im Jahr 2014. Nun knüpft Gavin Extence an seinen Erfolg an und liefert uns mit Libellen im Kopf einen weiteren Roman über Liebe, Freundschaft, Vertrauen, Tod und Krankheit. Libellen im Kopf ist eine authentische Geschichte über eine junge Frau, die an einer bipolaren Störung leidet und deren Leben entgleitet, nachdem sie die Leiche ihres Nachbarn findet. Dabei erzählt Gavin Extence völlig real aus dem Leben einer kranken Person ohne Mitleid zu erregen und mit einer Portion Humor. Der Autor selbst litt 2009 an Hypomanie und Depressionen und um Menschen zu verdeutlichen, was in einem derart erkrankten Menschen vorgeht und um seine eigenen Erfahrungen zu verarbeiten, hat er den Roman Libellen im Kopf verfasst.

Libellen im Kopf – Inhalt

Die Geschichte von Abigail Williams, genannt Abby, spielt im Spätfrühling in London. Die junge Abby wohnt mit ihrem Freund Beck zusammen in einer sehr kleinen Stadtwohnung. Abby versteht sich gut mit ihrer Mutter sowie ihrer Schwester. Zu ihrem Vater hat sie kein so gutes Verhältnis, da er ihre Mutter verlassen hat und ihrer Meinung nach ihre Schwester stets bevorzugt behandelt hat. Abby arbeitet als freie Journalistin und ist eigentlich glücklich. Wären da nicht diese Libellen in ihrem Kopf, die nicht nur ihr Leben regelmäßig auf den Kopf stellen.

An einem Mittwochabend kochen Beck und Abby Nudeln. Da ihnen die Tomaten für die Nudelsoße fehlen, will Abby bei ihrem Nachbarn Simon nach einer Dose Tomaten fragen. Der Nachbar öffnet auf ihr Klopfen hin die Tür nicht, aber Abby kann den Fernseher hören. Sie versucht die Tür zu öffnen, die erstaunlicherweise nicht verschlossen ist und tritt in die Wohnung. Im Wohnzimmer sieht sie Simon in seinem Sessel sitzen, kalt und steif. Ihr wird sofort klar, dass Simon tot ist. Abbys Reaktion auf den Anblick der Leiche fällt anders aus als man vielleicht erwarten würde. Sie bleibt völlig ruhig und raucht erst einmal eine von Simons Zigaretten, die auf dem Wohnzimmertisch liegen. Danach erst ruft sie bei der Polizei an und meldet eine Leiche. Über ihren Nachbarn Simon wusste sie nicht viel – nur, dass er ca. Anfang Vierzig war, freundlich und einen Job hatte für den er ein Hemd tragen musste. Sie schnappt sich eine Dose Tomaten und kehrt in ihre Wohnung zurück, wo Beck schon auf sie wartet. Abby bleibt total ruhig, fast so, als wäre nichts Ungewöhnliches passiert. Kurze Zeit später rücken Polizei und Krankenwagen an und transportierten Simons Leiche ab. In der darauffolgenden Nacht findet Abby keinen Schlaf. Ihre Gedanken kreisen und sie ist sich sicher, dass sich irgendetwas verändert hat. Dieser Vorfall hat wohl eine neue manische Episode in Abby ausgelöst. Neben der Schlaflosigkeit, steigert sie sich beruflich in abstruse Ideen hinein und gibt völlig unsinnig Geld aus. Schon bald spitzt sich die Situation zu und spätestens, als Abby in einem Hotel schreiend zusammenbricht, wird klar, dass sie dringend Hilfe braucht…

Libellen im Kopf – Gavin Extence findet Worte für Dinge, die schwer zu erklären sind

Der Brite Gavin Extence ist Mitte Dreißig und wuchs in einer englischen Grafschaft in Swineshead auf. Als Kind war Gavin Extence leidenschaftlicher Schachspieler und nahm an zahlreichen Turnieren teil. Er studierte in Sheffield Englische Literatur und Filmwissenschaften. Extence wohnt nach wie vor in Sheffield gemeinsam mit seiner Frau, einer kleinen Tochter und einer Katze. Zu seinen Hobbys zählen Kochen und Astronomie. Während der Wirtschaftskrise, in der Gavin Extence keinen Job finden konnte, beschloss er mit dem Schreiben von Büchern zu beginnen. Dass diese Entscheidung richtig war, zeigt die positive Resonanz auf seine authentischen Romane.


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