Tut er denn etwas, das falsch ist?

Ehrlich gesagt habe ich mich ein bisschen gewundert, dass es nicht schon früher einige Romane gegeben hat, die jene, nicht erst seit der WM-Vergabe nach Südafrika eingetretene, Kriminalität des Landes als Vorlage nutzen. Es mag sein, dass sich erst mit der WM die Welt für Südafrika zu interessieren begann. In diesem Fall könnte man dann sagen, die FIFA habe ihre Aufgabe als Institution globaler Zusammenarbeit wahrgenommen. Nichtsdestotrotz erkennt man auch innerhalb der großen Städte hohe Kriminalitätsraten, die Behörden sind vielfach überfordert und beinahe täglich sterben auf den Straßen Kapstadts unzählige Menschen.

Deon Meyer, einer der Vorreiter der südafrikanischen Literaturszene, erlebt seit dem Trubel um den WM-Gastgeber einen wirklichen Erfolgslauf, der ihm immer mehr Stufen der Karriereleiter zu erklimmen möglich macht. Meyers Hauptakteur ist wieder einmal der Polizist Benny Griessel, dessen Lebensüberdruss immer mehr zur Geltung kommt. Griessel ist mittlerweile Alkoholiker, mehrfach zeigten sich die Aussetzer auch auf der Arbeit. Sein wohlmöglich letzter Fall könnte ihm große Probleme bereiten, denn „Der Atem des Jägers“ wirft einen Gegenspieler ins Geschehen, dessen Motiv auf den ersten Blick erkennbar, sein nächster Schritt aber schwer nachzuvollziehen scheint. Ein von Rache angetriebener Massenmörder übt Selbstjustiz, seine Opfer sind allesamt Kinderschänder. Griessel gerät in den Konflikt, dass er selbst nicht weiß, wo er steht, stellt sich ihm doch oftmals die Frage, ob der Täter nicht eigentlich die Straßen Kapstadts reinigt, wozu die Justiz anscheinend nicht fähig war.


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