Top 3 der klassischen Bücher: „Komödie“

Was ist komisch? Worüber kann man lachen? Sind es heute zumeist die führenden Personen in unserer Gesellschaft, über die sich die Comedyriege auslässt und so den Rest der Gesellschaft zum Schmunzeln bringt, hat die Komik an sich im Lauf der Zeit eine große Wandlung vollzogen. Aufgrund des gesetzlichen Fortschritts ist heute mehr Komisches erlaubt und jemand, der mal einen Witz macht, muss nicht sofort drastische Konsequenzen bedenken. Doch das war nicht immer so, wodurch sich Autoren gezwungen sahen, die Komödie als solche in einen literarischen Kontext einzubinden, der heute im Vordergrund unserer Betrachtung steht.

Leonce und Lena von Georg Büchner

Häufig finden sich in Komödien der vergangenen Jahrhunderte viele erotische Anspielungen wieder und genau an diesem Punkt scheiden sich auch die Geister bei Büchner. Aus meiner Sicht täte man ihm aber Unrecht, „Leonce und Lena“ allein als ein Lustspiel abzuhandeln. Unverkennbar spiegelt Büchner hier auch eine politische Satire wider, die zugegeben nicht gleich erkennbar ist. Ob es die Melancholie des Prinzen Leonce ist, der auf der Flucht vor der Hochzeit die wahre Liebe findet oder seine Adressatin Lena, die ebenfalls vor dem Bund der Ehe flieht und so seine Gefühle in Wallungen versetzt – Büchner weiß, worüber er schreibt und was er damit bezwecken wollte.

Der Kaufmann von Venedig von William Shakespeare

Die Geschichte um den jungen Kaufmann Antonio hat mich schon immer begeistert, denn sie prägt die Grundidee der wahren Freundschaft. Aus dem Wagnis heraus, seinem Freund Bassanio dabei zu helfen, die Gunst der Adeligen Portia zu gewinnen, stürzt sich der ebenfalls nicht als Großvermögender einzuschätzende Antonio in die Schuldenfalle, die zudem noch durch tragische Zusammenhänge ausgeweitet wird. Shakespeare bringt noch eine andere Problematik ein, in der das Bild eines geldgierigen Juden inszeniert wird. Am Ende ist es eben jene Portia, die diesen Juden, Shylock, aufgrund seines strengen Beharrens überlistet und das Leben des Antonio rettet.

Die göttliche Komödie von Dante Alighieri

Man könnte meinen, es läge allein am Namen, den Dante für sein wohl größtes Werk wählte, doch dies allein ist nicht der Grund, warum er sich in der Liste der größten Komödien ganz weit oben befindet. Auf dem Weg ins Jenseits gerät der Autor, der von Vergil begleitet wird, in den Dialog mit fast 600 Personen des mehr oder weniger öffentlichen Lebens. Die Literaten, Politiker und Wesen aus der Mythologie erzählen ihre Lebensgeschichte, die sie im Nachhinein für die Welt unsterblich werden lässt. Natürlich spielt auch die Liebe eine entscheidende Rolle, ist sie es doch, die ihn gemeinsam mit Beatrice zum himmlischen Höhenflug bringen soll.


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  1. Melusine Barby

    Meine klassische Lieblingskomödie ist Lessings „Minna von Barnhelm“: zwei Frauen zeigen auf witzige Weise, wie das Leben und die Liebe gelingen können. Unsentimental wird durch Humor die scheinbare Unvereinbarkeit von Vernunft und Gefühl schlicht ausgehebelt.

    7.01.2011
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