Thorstens Buchempfehlung: „Der Simulant“

Fans von Fight Club, sei das Buch „Der Simulant“ ans Herz gelegt. Wieder einmal hat es Chuck Palahniuk geschafft die Welt in der wir leben in einem völlig anderen Licht erstrahlen zu lassen. Zyniker würden hier behaupten, es hat weniger mit erstrahlen, als mehr mit erschrecken zu tun. „Der Simulant“ handelt vorwiegend von Victor Mancini, der versucht seine Sexbessenheit zu besiegen. Wobei es sich hierbei eher um halbherzige Versuche handelt, die erst durch die Begegnung mit Dr. Paige Marshall tatsächlich Gestalt annehmen. Dabei führt Victor uns durch seine Vergangenheit und nicht immer lebensnahe Gegenwart und gibt dadurch Einblicke in ein Leben, das zu gleichen Teilen abstrus und doch real erscheint. Auch wenn man als Leser wohl selten die gleichen Erlebnisse durchgemacht hat, schafft es Palahniuk, ähnlich wie in Fight Club, einen zielgerecht hindurch zu führen und das Ganze nie lächerlich oder absurd wirken zu lassen. Gespickt mit allerlei medizinischen Fachbegriffen, könnte man das Buch überspitzt eine Wissenslektüre nennen und ist nach dem Durchlesen nicht nur intelligenter, sondern auch gleich mit einer weiteren Ansicht des Lebens bereichert.

Eine interessante Einleitung des Buchs besteht übrigens aus der Warnung dieses Buch nicht zu lesen. Damit im Nachhinein auch niemand sagen kann, er wurde nicht gewarnt. Ich möchte jedoch gleich vorweg nehmen, dass wohl die Wenigsten enttäuscht sein dürften. Es ist natürlich nach wie vor eine Geschmacksfrage, doch wer erst Gefallen an Palahniuks Schreibstil und niedergeschriebener Weltanschauung gefunden hat, wird es schwer haben dieses Buch nicht zu mögen. Es ist die typische sprachliche Entblösung und Direktheit, die auch ohne Vulgärsprache zu provozieren vermag. Die ungeschminkte Preisgebung verschiedenster Details macht das Buch letztlich so verlockend und befreit von der aufgesetzten Pietät des Alltags.


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