Thorstens Buchempfehlung: “Das Parfüm”

Das ParfümDas Parfüm gehört fast schon zu den klassischen Romanen und begeistert durch eine neue Dimension der Sinneswahrnehmung. Während üblicherweise visuelle oder auditive Reize in Büchern beschrieben werden, geht Patrick Süßkind einen anderen Weg. Aus der Sicht des Protagonisten Jean-Baptiste de Grenouille wird die Welt in Gerüche eingeteilt. Diese olfaktorischen Erlebnisse und die geschickte Umschreibung von Gerüchen macht die Welt auf eine ganz neue Art fassbar. Es ist geradezu ein Phänomen, dass der Geruchssinn bisher immer so sträflich vernachlässigt wurde. Ist es doch der Sinn mit der unmittelbarsten Erinnerungbindung.

Das Parfüm beschreibt die Geschichte eines Mörders, der geleitet von seinem unstillbaren Durst nach immer schöneren Düften, Mittel und Wege sucht diese zu konservieren. Ziel seiner Begierde sind schöne, wohlriechende, junge Frauen, welche ihm bei seinem Unterfangen, der Kreationen des perfekten Parfüms, Mittel zum Zweck sind. Obwohl eindeutig als Mörder erkennbar, weckt Jean-Baptiste de Grenouille nichts desto trotz eine Gewisse Sympathie beim Leser. Er ist Opfer seiner selbst, bzw. ein Autist in einer visuell geprägten Welt. Vielleicht ist er jedoch nur Spiegel einer Gesellschaft, die ihre Triebe nach wie vor zu unterdrücken sucht und nur durch Extreme entlarvt werden kann.

Wem das Lesen dieses Buches als zu mühselig erscheint (was ich nicht hoffen möchte), dem hat Tom Tykwer einen Gefallen getan. Er verfilmte diesen Roman (Das Parfüm – Die Geschichte eines Mörders) und blieb dabei nahe am Original.


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