Skandal im kleinen Ort

Wenn wir die täglichen Nachrichten verfolgen und mal ein wenig darauf hören, wo die einzelnen Schlagzeilen passiert sind, erkennen wir, dass die meisten Meldungen aus den Großstädten oder großen Gebieten, in denen sowieso oft etwas passiert, stammen. Im Kundus ist wieder einmal ein Sprengsatz explodiert, in Berlin beschließt der Senat ein neues Gesetz für die Ladenöffnungszeiten, in Paris treffen sich gerade die Herren Sarkozy und Obama zum Kaffeeklatsch. Manchmal kommt es aber auch zu Familiendramen oder mysteriösen Mordszenarien, die in den Nachrichten erscheinen, in kleinen Orten geschehen sind und eine sehr schockierende Wirkung verursachen.

Als einen dieser eher kleineren Orte würde man wohl auch Altusried beschreiben, ein kleines Dorf im Allgäu, in dem der Kommissar Kluftinger einen kniffligen Fall zu lösen hat. Ein Lebensmittelchemiker, der in der örtlichen Milchindustrie arbeitete, wurde ermordet aufgefunden. In diesem kleinen Örtchen, in dem in der Regel jeder jeden kennt und auch jedem vertraut, ist noch nie etwas passiert, jedenfalls nichts von vergleichbarer Natur. Der Kommissar schaut hinter die Fassade von Altusried und entdeckt schon bald, dass die Realität nichts mit der scheinbaren Idylle gemein hat und viel mehr hinter dem Mord steckt, als zunächst vermutet wurde. Zugegeben, das Werk wirkt aufgrund der vielen Verbrechen ein wenig überlastet, dennoch werden Sie von „Milchgeld“ begeistert sein. Allein die kantige, doch zugleich auch liebenswerte Art von Kluftinger ist es wert, sich mit den 309 Seiten zu beschäftigen.


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