Das ist die Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2015

Erpenbeck - Gehen, ging, gegangenIm Rahmen der Frankfurter Buchmesse wird am 12. Oktober der Deutsche Buchpreis 2015 vergeben. Deutschlands höchstdotierter Literaturpreis ehrt den besten Roman in deutscher Sprache. 199 Werke hat die Jury durchgeschaut. Zuletzt wurden die besten 20 in der Longlist zum Deutschen Buchpreis zusammengetragen. Nun wurde weiter selektiert und die finale Shortlist vorgestellt. Auf dieser stehen drei Autoren und drei Autorinnen, die es alle verdient hätten, weil ihre Werke Erzeugnisse ganz besonderer Erfahrungen sind. Sie sind thematisch sehr verschieden und problematisieren dennoch alle den Geist der Zeit, so dass jeder von ihnen gute Chancen besitzt, um die Nachfolge von Vorjahressieger Lutz Seiler anzutreten.

Pure Hauptstadtpower auf der Shortlist

Natürlich ist Berlin die Hauptstadt unseres Landes und unter den mehr als drei Millionen Einwohnern befindet sich selbstverständlich auch der eine oder andere Literat. Dass aber gleich drei Kandidaten auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2015 aus Berlin stammen, ist schon eine kleine Besonderheit. Inger-Maria Mahlke geht mit „Wie ihr wollt“ ins Rennen, einem faszinierendem Drama über eine bucklige Londonerin aus dem 16. Jahrhundert. Dass es sich bei ihr um die Cousine der Königin handelt, gibt dem Roman eine sonderbare und politische Note. In Berlin lebt auch Ulrich Peltzer. Der 58-Jährige, der mittlerweile Literatur-Sektionsdirektor an der Akademie der Künste versucht sich mit dem Thriller „Das bessere Leben“ und bringt dort drei Helden zusammen, die genau betrachtet rein gar nichts verbindet und die dennoch nach den gleichen Idealen streben. Dritter Hauptstadtkandidat ist Jenny Erpenbeck. Ihre Trias „Gehen, ging, gegangen“ ist der wohl aktuell brisanteste Roman auf der Shortlist, geht es doch um die Flüchtlingsproblematik, die gerade Europa durchzieht.

Die Geschichte, das moderne Zeitalter und eine JahreszeitSchwitter - Eins im Andern

Frank Witzels Werk „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ ist nicht nur ein Roman mit gefülltem Titel, sondern auch einer mit viel Inhalt. Es ist ein historisch gefärbter Roman, der vor allem von Erinnerungen aus dem Nachkriegsdeutschland zehrt und die Epoche aus der Sicht eines kindlichen Erzählers neu aufleben lässt. „Eins im Andern“ von Monique Schwitter ist da schon ein Gegenentwurf, denn hier befinden wir uns mitten im Jetzt, wobei auch deutlich wird, wie schnell sich die Welt im Googlezeitalter weiterdreht. Da vergehen schon mal fünf Jahre unbemerkt. Das Zentrum ihrer Lektüre, und das ist auch im Jahr 2015 noch omnipräsent, ist die Liebe. Komplettiert wird das Sextett durch Rolf Lappert und „Über den Winter“. Sein Protagonist lernt seine Angehörigen nach einem tragischen Zwischenfall neu kennen und entdeckt so das Mystische, was jede Familie in sich zusammenhält.


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