Regression – Unser Filmtipp

RegressionWenn man einen Psychothriller für das Kino produzieren möchte, braucht man zwei entscheidende Puzzleteile die Erfolg garantieren. Ersteres besteht aus einer interessanten Story, einem Plot, den es so noch nicht gab, der aber dennoch keinesfalls so unrealistisch wirkt, dass er nicht doch in dieser Form passieren kann. Das zweites sind die Charaktere, die ebenso viel zum Unterhaltungswert beitragen können. Regisseur Alejandro Amenabar hat sich für seinen neuen Thriller „Regression“ einen guten Kniff ausgedacht und dank diesem beides miteinander vereint. Er hat einfach eine Sekte in den Mittelpunkt gestellt, dadurch kranke Geister mit einem kranken Grundtonus verwoben. Ein Versuch, der sich auch dank der Hauptdarsteller Ethan Hawke und Emma Watson auszahlt.

In „Regression“ zieht die Sekte große Kreise

Jede Sekte, sei sie noch so klein, präsentiert sich als ein geschlossenes Ganzes. Die Mitglieder ziehen an einem Strang, verfolgen einen bestimmten Kult und zeigen sich als Einheit. Nur so kann eine Sekte überhaupt existieren. In den 1990ern soll es ein solches Gebilde in Minnesota gegeben haben und genau diesem widmet sich Amenabar („The Others). Bruce Kenner (Ethan Hawke) ist sicher der ehrgeizigste Ermittler, den die Kleinstadt Hoyer zu bieten hat und einer, der seiner Arbeit taff entgegentritt. Sein neuester Fall geht ihm dennoch spürbar an die Nieren. Die 17-jährige Angela (Emma Watson) berichtet von einer satanischen Sekte, deren Mitglieder sie gequält und mehrfach vergewaltigt haben sollen. Kenner meint sich verhört zu haben. Doch die brutalen Schilderungen werden noch schlimmer. Angelas Vater John (David Dencik) soll in der Sekte den Ton angeben. Er selbst verneint das nicht, kann sich aber auch nicht mehr an die grauenhaften Taten erinnern. Mit einer so genannten Regressionstherapie will Psychologe Kenneth Raines (David Thewlis) das Geschehen rekonstruieren. Ermittler Kenner seinerseits rutscht immer tiefer in diesen Fall und legt selbst seinem Kollegen Nesbitt (Aaron Ashmore) Handschellen an.

Regression – Die Ermittlungen führen immer schlimmere Gräueltaten ans Licht

So brutal die Ausgangserzählung bereits erscheint. Das Ausmaß der verübten Handlungen der Sekte wird in „Regression“ mit fortschreitendem Szeneninventar immer schlimmer. Polizist Nesbitt soll auch zur Sekte gehören und unter anderem dafür verantwortlich sein, dass im Dunkeln Babys rituell geopfert werden. Genau darin wandelt der Film plötzlich in andere Genres und rutscht von der Thriller- gar in die Horrorschiene. Grundsätzlich kehrt Regisseur Amenabar zurück zu seinen Wurzeln und widmet sich wieder dem Psychothriller zu, Ausflüge aber sind fest eingebunden. „Regression“ kann auf einer Ebene mit Finchers „Sieben“ genannt werden und profitiert von der erstklassigen Auswahl beim Cast. Ethan Hawke („Boyhood“) wirkt als Ermittler authentisch und kann gerade den Wandel, der durch diesen einen Fall vollzogen wird, herausragend aufzeigen. Emma Watson („Noah“) geht in ihrer Rolle ebenfalls perfekt auf und zeigt immer mehr, dass sie sich von Hermine Granger emanzipiert hat. Hinzu kommt noch David Thewlis („Sieben Jahre in Tibet“), der als Psychologe Raines einige gute Momente an sich reißt und sich so in den Vordergrund spielt.


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