Dranbleiben von Lukas Podolski – Unser Buchtipp

Podolski - DranbleibenDie oberflächliche Betrachtung des heutigen Buchtipps mag einen zum etwas herablassenden Schmunzeln verleiten. Lukas Podolski erscheint auch heute noch vielen nur als jener Poldi, den wir spätestens seit der WM 2006 kennen und lieben gelernt haben. Jener Poldi, der immer mal für ein lockeres Sprüchlein alá „Jetzt müssen wir die Köpfe hochkrempeln…und die Ärmel natürlich auch“ gut ist, macht es nun wie einige Kollegen vor ihm. Er präsentiert mit „Dranbleiben“ eine autobiographische Schrift und folgt so auf seinen Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm. Doch, zur Überraschung vieler, muss man erkennen, dass Poldis Werk so manch anderer Autobiographie weit überlegen ist.

Poldi plädiert fürs Dranbleiben

Kein Skandal taucht bei den 272 bestückten Seite auf, kein Hinweis auf ein bis dato verborgenes Geheimnis seiner Mitspieler oder Trainer. Nein, „Dranbleiben“ ist kein Enthüllungsbuch, weil mal wieder ein Fußball meint, abrechnen zu müssen und sich damit zurück ins Rampenlicht zu schieben. Poldi ist im Fokus, er hat mit seinen 28 Lenzen bereits 112 Länderspiele auf dem Buckel, ist nun wieder fester Bestandteil beim englischen Meisterschaftskandidaten Arsenal London und wird in Brasilien sein sechstes großes Turnier spielen. Seine populäre Stellung in der Gesellschaft möchte er nun nach eigenen Angaben nutzen, um auf Sachen aufmerksam zu machen, die ihn selbst beschäftigen. Sei einigen Jahren setzt sich Lukas Podolski für die Arche ein und nutzt seine Popularität, um den Fokus auf Kinder zu richten, die es alles andere als einfach haben. Aus diesem Grund verbindet Poldi seine eigene Geschichte mit derjenigen von Kids wie Seyed oder Kasim. Er wirbt für Unterstützung, plädiert aber auch dafür, dass sie an ihren Träumen „Dranbleiben“.

Poldi – Einer, der es geschafft hat

Auch für Lukas Podolski gab es während seiner Kindheit Phasen, in denen das Leben nicht einfach war. Doch er hat sein Talent genutzt, um es zu schaffen und den eigenen Weg zu meistern. Wenn er heute in den einzelnen Institutionen der Arche vorbeischaut, lässt er sich nicht nur medienwirksam ablichten. Ganz im Gegenteil, er lebt das, wofür er steht. So nimmt sich der Offensivakteur, der einst beim 1. FC Köln groß geworden ist, Zeit, um mit den Kids zu kicken und sich ihre Geschichten anzuhören. Genau deshalb kann er nun über Kasims Angst sprechen, den Drogen zu verfallen oder Seyeds Wunsch, die Förderschule in Richtung Realschule zu verlassen. Nach der Lektüre von „Dranbleiben“ wird so mancher Fußballfan, der Poldi stets belächelte, ein anderes Bild von ihm besitzen. Lukas Podolski ist gereift, das bezeugen nicht nur ins Werk integrierte Aussagen von Mitspieler Mertesacker und Bundestrainer Löw, den er als einer der wenigen Spieler per „Du“ ansprechen darf.


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