Otfried Preußler – Kinderbuchautor der besonderen Art

Otfried PreußlerWenn ein Autor Bücher geschrieben hat, die in mehr als 50 andere Sprachen übersetzt und mehr als 50 Millionen Mal verkauft wurden, dann scheint er seine Arbeit nicht allzu schlecht gemacht zu haben. Otfried Preußler ist ohne Frage ein ganz großer seiner Zunft und auch, wenn er Anfang der letzten Woche im Alter von 89 verstorben ist, verdient er es, dass wir weiter über ihn reden. Preußler, der sich bereits als Zehnjähriger dazu entschloss, mal Geschichtenerzähler zu werden, hinterlässt einen Korpus mit mehr als dreißig Kinderbüchern, die allesamt in das Reich der Fantasie entführen.

Die Fantasie steht an erster Stelle

Preußler blieb sich und den eigenen Idealen stets treu. Die Kritik, dass seine Werke in der hoch-technologischen Welt nicht mehr zeitgemäß seien, wies er von sich. Stattdessen plädierte er stets für eine Welt, in der den Kindern die Chance gegeben wird, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen. Kinder müssen eine Welt geboten bekommen, in der sie noch träumen können. Der Erfolg gab Preußler Recht, auch im 21. Jahrhundert wurde er noch für seine Abenteuergeschichten bewundert. Bereits 1956 gelang ihm mit „Der kleine Wassermann“ der große Durchbruch. Dafür gab es nicht nur den Deutschen Kinderbuchpreis, sondern auch Jahrzehnte lange Bühnenaufführungen der berühmtesten seiner Stücke.

Hexen, Gespenster und ein Räuber

Zu diesen gehört ganz sicher auch „Die kleine Hexe“, die Preußler seinen Fans nur ein Jahr später präsentierte. Der hartnäckige Kampf, die eigenen Träume wahr werden zu lassen, ermöglicht es der Titelheldin, wahre Berge zu versetzen. Gleiches gilt auch für „Das kleine Gespenst“ und den „Räuber Hotzenplotz“. Sie alle eint die Gemeinsamkeit, dass sich der Leser mit ihnen verbunden fühlt. Preußler ermöglicht es so, die Kinder in fantastischen Welten mit den Gegebenheiten des Lebens zu konfrontieren. Am augenscheinlichsten scheint das im Jugendbuch „Krabat“ zu sein. Der Junge, den der Hunger und die Aussicht auf ein besseres Leben zur Mühle am Koselbruch führen, lernt sich dort selbst kennen. Er muss Entscheidungen treffen und seinen eigenen Weg finden. Inbegriffen sind in seine Geschichte die sozialen Aspekte Kameradschaft, Vertrauen, Treue und das entscheidendste Puzzleteil des Lebens – die Liebe.


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