Nicht mein Tag – Unser Filmtipp

Nicht mein TagManchmal geschieht es, dass innerhalb einer Woche gleich zwei wirklich herausragende Filme in die Kinos gelangen. Da ergeht es uns wie dem Zuschauer an der Kasse. Wir müssen uns für einen entscheiden, obwohl beide es verdient hätten, hier vorgestellt zu werden. Sowohl der Oscar-Kandidat „The Wolf of Wall Street“, für den Leo DiCaprio endlich seinen lang ersehnten Goldling gewinnen könnte, als auch Nicht mein Tag, die Road-Movie-Komödie aus deutscher Produktion, sind einen Kinoausflug wert. Wir haben uns im Endeffekt nicht gegen Hollywoods Kritik an gierigen Investmenthaien, sondern für die Arbeit des Regisseurs Thorwarth („Bang Boom Bang“) entschieden, der mit der Verfilmung von Ralf Husmanns gleich benanntem Roman nach langer Auszeit bewundernswert zurückkehrt.

Nicht mein Tag ist eigentlich genau sein Tag

Gut gewählt ist der Titel „Nicht mein Tag“ auf jeden Fall, denn so wird beim Blick auf eine der beiden Hauptfiguren gleich hinterfragt, was denn einen wirklich guten Tag ausmacht. Till Reiners (Axel Stein) wird dem Zuschauer als durchschnittlicher Spießer vorgestellt. Er geht mit Verantwortungsbewusstsein seinem täglichen Job in der Bank nach, ist fürsorglicher Familienvater und finanziert den Traum seiner Frau Miriam (Anna Maria Mühe), die gerne Taschen designt, mit. Was er früher als Sinn des Lebens beschrieben hat, erscheint ihm jetzt als zu langweilig, zu viel Routine. Um das zu erkennen, bedarf es den anderen Hauptcharakter von „Nicht mein Tag“ – den Kleinkriminellen Nappo (Moritz Bleibtreu). Dieser wünscht sich ein neues Auto und eine Urlaubsreise mit Freundin Nadine (Jasmin Gerat). Zur Verwirklichung spaziert er mit Waffe und Mr. T.-Gedächtnis-Maske in Tills Bankfiliale, ergaunert ein Sümmchen und nimmt Till gleich mal als Geisel mit.

Nicht mein Tag – Eine Geschichte um Freundschaft

So verschieden die Beiden am Anfang scheinen, so überraschend wird für den geübten Road-Movie-Fan die Tatsache sein, dass Till mehr und mehr auftaut und Nappos kriminelle Machenschaften sogar vorantreibt. Die Beweggründe dafür sind vielseitig. Till denkt, dass seine Frau ihn betrügt, die Polizei hält ihn zunächst unrechtmäßig für den Mittäter. So beschließt der Bankkaufmann aus dem Reflex heraus, Nappo bei einem Deal in Amsterdam zu unterstützen und erweist dabei wahre Gangster-Fähigkeiten. Ohnehin steckt in Mister Reiners so manch ungeahntes Talent. Dieses beweisen auch zahlreiche andere Namen des Deutschen Films. Til Schweiger, Milan Peschel, Tom Gerhardt als Navistimme und in erster Linie Ralf Richter als kühl agierender Gebrauchtwagenhändler tragen einen Teil zum Gesamteindruck bei. Dieser fällt beiNicht mein Tag beachtlich unterhaltsam aus.


2 Kommentare zu “Nicht mein Tag – Unser Filmtipp” Eigenen verfassen
  1. Till

    War gestern Abend auch im Kino. Mussten uns zwischen „Nicht mein Tag“ und „The Wolf of Wallstreet“ entscheiden. Den letzteren habe ich zwar noch nicht gesehen, haben es aber nicht bereut uns für was Deutsches zu entscheiden. Toller Film :)

    25.01.2014
  2. Giorgio Guiseppa

    Gestern Abend im Kino gewesen – ein toller Film, der wie im Flug vergeht. Etwas holperige Geschichte – aber tolle Schauspieler und Situationskomik – Tip: Bang Boom Bang ein paar Tage vorher nochmal zur Auffrischung schauen und dann mit Popcorn und einem Bier ins Kino. Viel Vergnügen

    20.01.2014
Kommentar schreiben

Folge buecher.de bei Twitter