Musiktipp: Tim Bendzko – Am seidenen Faden

Bendzko - Am seidenen FadenNachdem auch die zweiten Staffel der Castingshow „The Voice of Germany“ ordentliche Einschaltquoten verzeichnen konnte, bekamen wir in diesem Jahr die Miniarturausgabe auf dem Fernsehbildschirm zu sehen. Was sich in vergleichbaren Fällen häufig als bloßes Kommerzprojekt erwies, glänzte bei Sat.1 mit einer bemerkenswerte Talentdichte. „The Voice of Germany Kids“ avancierte zu einer ernsthaft unterhaltsamen Abendveranstaltung. Teil dieser war auch Tim Bendzko. Der Berliner Sänger bewies nicht nur den Jurykollegen Lena Meyer-Landruth und Henning Wehland, dass er ein absoluter Vollblutmusiker ist, sondern konnte aufgrund seiner sympathischen Art auch die eigene Fanbase mehren. Diese ist seit der vielfach prämierten Debütplatte „Wenn Worte meine Sprache sprechen“ aus dem Jahr 2011 ohnehin schon weit ausgeprägt. Mit dem zweiten Studioalbum „Am seidenen Faden“ setzt Bendzko nun einen weiteren Meilenstein in seiner Karriere.

Karriere im Schnelldurchlauf

Während sich andere Musiker über Jahre hinweg profilieren müssen und ihr Weg auf die große Bühne steinig und beschwerlich ist, nahm der Köpenicker gleich mehrere Stufen auf einmal. Mit 16 begann er Gitarre zu spielen und erste Songs zu schreiben. 2009 gewann er dann einen Songcontest der Söhne Mannheims und durfte als Sieger gleich mal mit ihnen auf die Berliner Waldbühne. Xavier Naidoo, Henning Wehland und Co. erkannten das große Potenzial und die Tiefe seiner durch die Bank weg poetischen Texte. Als Voract von Elton John und an der Seite von Joe Cocker festigte er seinen Stand. 2011 präsentierte Bendzko dann sein erstes Album, das bis auf Rang 4 der Charts stieg, dreifach Goldstatus erhielt und ihm den Sieg beim Bundesvision Song Contest, einen Echo, Bambi und MTV Europe Music Award bescherte. Insbesondere die Singleauskopplung „Nur noch kurz die Welt retten“ brannte sich ins Gedächtnis der Menschen.

Ein Album voller Tiefe

Der zweite Longplayer schließt nahtlos an die Textinhalte des ersten an, übertrifft diesen in Sachen Vielseitigkeit sogar noch und hat bereits den Sprung an die Chartspitze geschafft. Schon beim ersten Song „Ich steh nicht mehr still“ zeigt Bendzko, in welche Richtung es gehen kann, offenbart er sich doch schwungvoll und instrumental facettenreich. Hohe musikalische Qualität ist über die ganze Platte hinweg spürbar. Besonders der Titelsong und „Ohne zurück zu sehen“ zeigen eine Weiterentwicklung des 28-Jährigen. Trotzdem scheint er seine Wurzeln nicht vergessen zu haben. Bendzko setzt weiterhin ausschließlich auf deutsche Sprache und beweist gerade bei den ruhigen Songs wie „Vergessen ist so leicht“ sein großes musikalisches Talent. Alles in allem können sich die Fans über ein großartiges Album freuen, alle 14 Tracks sind absolut zu Recht auf der Platte. Diese wird der Sänger im August in der Heimatstadt und ab Februar 2014 noch in 25 anderen Städten Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und Luxemburg präsentieren. Wir freuen uns schon darauf.


Leider gibt es noch keine Kommentare Schreib den ersten!
Kommentar schreiben

Folge buecher.de bei Twitter