Musiktipp: Jason Mraz – Love Is A Four Letter Word

Der Frühling steht so langsam aber sicher in den Startlöchern. Bis er sich uns komplett offenbart, können wir uns bereits vorab mit der unnachahmlichen Stimme der Sommerfrische, Jason Mraz und seinem neuen Album „Love is a Four Letter Word„, den Frühling heraufbeschwören. Zwischen der Zeit als brotloser Barhocker-Sänger alternativer Kaffeehäuser und in Stadien gefeierter Superstar entwickelte er seinen ganz eigenen Sound, der allein von seinem treffsicherem Gesang und dem virtuosen Gitarrenspiel getragen wird.  Sein letztes Album „We Sing. We Dance. We Steal Things.“ katapultierte ihn an die Spitze dessen, was im Musikbusiness möglich ist und verschaffte ihm den Ruf eines Ausnahmetalents. Der US-Singer/Songwriter wurde mit Preisen und Ehrungen überhäuft. Seine Hitsingle „I´m Yours“ hielt sich ganze 76 Wochen in den Billboard „Hot-100“- Charts und brach damit sämtliche bisherigen Rekorde.  Es ist ebenso unverständlich wie sympathisch, dass sich der in San Diego lebende Mraz die Aura eines smarten Rucksacktouristen bewahren konnte und nicht dem Hype um seine Person erlag.

Love is a Four Letter Word“ ist seine Umschreibung des Liebesbegriffs mit all seinen Facetten. Dies schließt die Zuneigung zu einem Menschen gleichermaßen ein wie die Verbundenheit zu einem Zuhause, das man überall auf der Welt finden kann, was er in „93 Million Miles“ ganz wunderbar auf den Punkt bringt. Berührend und noch persönlicher klingen seine aktuellen Texte, die zeigen, dass er sich menschlich weiterentwickelt hat. Darin mag wohl sein Geheimnis liegen: Minimalismus und Authentizität. Getreu den Mottos „Weniger ist mehr“, doch „Gib alles, was du hast!“, besingt er gefühlvoll Erfahrungen, die man gemacht haben muss, um über sie schreiben zu können. Mal findet er lyrische Worte und ein anderes Mal eher nicht: „You fckn did it“ – Ein rasanter Sprechgesang, bei dem sich die Zunge eines weniger talentierten Sängers hoffnungslos verknoten würde, verdeutlicht, dass er nicht nur über eine meisterhafte Stimmführung verfügt, sondern ebenso über ein hervorragendes Timing. Die Single „I won´t give up“ war schon lange vor der Albumveröffentlichung auf dem ersten Platz der iTunes-Charts. Fans und Neugierige dürfen sich auf eine Hitdichte freuen, die einer Autobahn zur Ferienzeit gleichkommt. Zwölf Tracks, die beinahe jede Stimmung bedienen, finden sich auf dem Album-Cover und wer den dreizehnten anspielt, wird überrascht sein. Hier ist nichts unüberlegt und doch wirkt das Album federleicht. Wer sich von ihm einen anderen Klang, ja, einen Stilbruch erwartete, wird Enttäuschung erfahren. Die Übergänge seiner Alben verlaufen fließend und wirken als Gesamtwerk eines Künstlers mit Stil. Zweifelsohne ist es Jason Mraz wieder eindrucksvoll gelungen, seine musikalischen Qualitäten zu bündeln und auszubauen. Ein absolut rundes Album mit Klasse eines Weltstars, der neuerdings mit langen Haaren statt mit Hut die Bühne betritt. Dies allein ist diskutabel.


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