Musiktipp: Heino – Mit freundlichen Grüßen

Heino - Mit freundlichen GrüßenWenn man von einem Musikstil spricht, der sich als Crossover versteht, ist im Regelfall ein Grenzen überschreitendes Musizieren gemeint. Die Band Linkin Park würde einem da einfallen, kombiniert sie doch Elemente des Rock mit denen des Hip Hop. Das, was Heino nunmehr seit knapp eineinhalb Wochen fabriziert, ist da schon eine etwas andere Herangehensweise. Der platinblonde Sonnenbrillenträger, der mittlerweile bereits das zarte Alter von 74 Lenzen erreicht hat, ziert dank seinem neuen Album „Mit freundlichen Grüßen“ momentan eine Schlagzeile nach der anderen. Grund dafür ist seine ganz eigenwillige Interpretation der Tracks von Rammstein, den Fantastischen 4 und den Ärzten.

Heino – ein Sänger, an dem sich die Geister scheiden

Es gibt genau genommen nur zwei Möglichkeiten, wie man Heino sehen kann. Entweder man liebt ihn und seine Musik oder man hasst beides. Etwas dazwischen ist so wirklich nicht möglich. Zweimal konnte er es bereits mit einem Studioalbum schaffen, die Top Ten der deutschen Albumcharts zu erobern, höher als Platz 8 ging es dabei nie. Das könnte sich womöglich bald ändern, der aktuelle Spitzenpositionsbesitzer Herr Reim zittert schon. Bei den Downloadcharts nämlich stellt der Mann, den unter seinem bürgerlichen Namen Heinz Georg Kramm nur die engsten Verwandten kennen, einen Rekord nach dem anderen auf. Im Bereich der legalen Downloads wurde das Album binnen der ersten drei Tage so oft heruntergeladen wie noch kein anderes innerhalb Deutschlands. Die Plätze 2 bis 25  konnten in diesem Zeitraum nicht einmal zusammengerechnet einen vergleichbaren Verkaufswert erreichen.

Im Grunde nur moderne Schlager

Wenngleich Heino den Songs „Sonne“ von Rammstein oder „Junge“ von den Ärzten eine große musikalische Kompetenz abspricht, merkt er doch an, dass sie bei genauer Betrachtung einfach nur moderne Schlager darstellen. Diese seien weniger anspruchsvoll als beispielsweise sein legendäres und bisher erfolgreichstes „Enzian-Lied“. Nichtsdestotrotz aber habe ihm das Management derartige Lieder herausgesucht, Heino sie nach seiner eigenen Interpretation eingesungen. Dass man die Zeilen der  Sportfreunde Stiller und des Berliners Peter Fox nun mit dem außergewöhnlich stark gerollten „rrrr“ zu hören bekommt, gehört da zum mehr oder weniger ganz normalen Sound. Zwölf Tracks sind es insgesamt und somit auch zwölffacher Diskussionsstoff, der sich aber durchaus anhören lässt.


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