Miriam Meckel, Brief an mein Leben

Miriam Meckel, die Kommunikationsexpertin und Lebenspartnerin der Moderatorin Anne Will, beschreibt in Ihrem Buch „Brief an mein Leben“ beeindruckend ehrlich und persönlich Ihren Burnout und die Zeit in einer Klinik im Allgäu. Als gefragte Gesprächspartnerin der Medien und Professorin an der Universität, macht sie genau die Erfahrung vor der sie selbst immer gewarnt hat: Überarbeitung, Stress beruflicher und privater Natur, so lange bis der Körper die Notbremse zieht und gar nichts mehr geht.

Eine immer häufiger werdende Erkrankung unserer Zeit, die auch vor erfolgreichen Powerfrauen nicht halt macht. In einer Gesellschaft, die keine Schwäche akzeptiert, in der Probleme und Sorgen oft verdrängt statt verarbeitet werden.

In ihrem Buch setzt sie sich vorsichtig tastend und suchend mit dem auseinander vor dem sich so lange mit Arbeit und Aktionismus abgelenkt hat. Sie analysiert präzise ihre Gefühle und trifft dabei auf alte Wunden. Sie beschreibt sehr deutlich was passiert, wenn man ständig unter Strom steht, permanent unterwegs ist, am laufenden Band kommuniziert aber eigentlich gar nicht mehr weiß, was einen wirklich glücklich macht.

Das eigentliche Problem von Frau Meckel ist nach eigenen Angaben, die Gier. Immer mehr und mehr haben wollen. Niemals genug bekommen und sich dafür aufarbeiten als gäbe es kein Morgen.

Man darf dieses Buch nicht als Lehrstoff für das Krankheitsbild des Burnouts betrachten, sondern viel mehr als eine ehrliche Geschichte über das eigene Leben und die eigenen Probleme einer Frau, die privilegiert ist und scheinbar alles nur Mögliche im Leben erreicht hat, dennoch aber an ihre Grenzen stößt und erstmal in ein tiefes Loch fällt…..

Sicher spricht sie damit vielen aus der Seele, die genau das erlebt haben, aber auch für alle interessant, die auf der Überholspur leben und extrem viel arbeiten. Als kleine Warnung und den Tipp sich selbst und dem Körper regelmäßige „Kurzurlaube“ und Ruhe zu gönnen.


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