Margot Käßmann ist „In der Mitte des Lebens“

Margot Käßmann ist erst 52 und dieser Titel soll keinesfalls aussagen, sie werde exakt 104 Jahre alt, er besagt aber auch nicht das Gegenteil. Wirklich wichtig ist das nicht, denn „In der Mitte des Lebens“ ist der Name eines Buches von der Frau, die ohne Frage zu den wichtigsten Häuptern der deutschen evangelischen Kirchengemeinschaft gehört und dient nicht ihrer Altersbestimmung, jedenfalls nicht direkt. 2010 war ein äußerst bewegendes Jahr für die Theologin, die nach ihrer bereits zehn Jahre andauernden Amtsperiode als Landesbischöfin der Landeskirche Hannover im Oktober 2009 auch zur Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche benannt wurde. Anfang 2010 trat sie von beiden Ämtern zurück, der Grund wird noch vielen in Erinnerung sein.

Es mag sein, dass dieser Aussetzer einen Makel auf ihrer weißen Weste hinterlässt, ihr ohnehin relativ erfolgreicher Versuch als Schriftstellerin bekam dadurch aber noch einen weiteren Schub. So wurde 2010 bereits die dritte Auflage ihres Werkes veröffentlicht. In diesem verarbeitet Käßmann ihre bisherigen Erfahrungen und spricht über Themen, die sie genau wie jede andere Frau in ihrem Alter beschäftigen. Es ist der tägliche Kampf einer über 50-Jährigen in der Welt einen wirklich festen Platz zu finden. Es zeigt das Wechselspiel von Jugendlichkeit und Alter, die Diskrepanz zwischen Alleinsein und Freundschaft, sowie den Dualismus von Routine und einigen Veränderungen. Vor allem ist es aber auch ein Zeichen dafür, dass, egal wie akribisch der Mensch auch an seinem perfekten Leben bastelt, es immer Dinge geben wird, die man weder vorhersehen noch planen kann.


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