Mandela: Der lange Weg zur Freiheit – Unser Filmtipp

Mandela - Der lange Weg zur FreiheitWissen wir einen Menschen erst dann zu schätzen, wenn er nicht mehr unter uns weilt? Es ist eine Frage, die es verdient, gestellt zu werden. Schließlich scheint erst jetzt die große Lücke bewusst zu werden, die Nelson Mandela mit seinem Tod am 05. Dezember hinterlassen hat. Mandela – der Inbegriff des Kampfes für Freiheit und Menschenrechte – hat viel in seinem Leben geleistet und einiges erreicht. Er war einer der ganz großen globalen Superstars und das, ohne auf Musikbühnen oder in Hollywood-Streifen auf sich aufmerksam zu machen. Der Friedensnobelpreisträger des Jahres 1993 hat mehr für die Menschheit getan als es die Biebers und Depps dieser Welt jemals schaffen können. Mit „Mandela: Der lange Weg zur Freiheit“ hat sein südafrikanischer Landsmann Justin Chadwick nach jahrelangem Projekt nun eine Hommage geschaffen, die sein Antlitz neu aufstrahlen lässt.

Der lange Weg zur Freiheit – Mandelas Lebensgeschichte

Bereits in „Goodbye Bafana“ und „Invictus“ hat man versucht, Mandela ein filmisches Denkmal zu setzen. Nichts aber ist besser dafür geeignet, als die 700-seitige Autobiografie zur Grundlage zu erheben. Chadwick hat 16 Jahre herumprobiert, um seine 34. Drehbuchfassung als angemessen einstufen zu können. Verdientermaßen, denn er schafft es binnen zweieinhalb Filmstunden fünfzig Jahre Mandelas auf die Leinwand zu zaubern. Schon die ersten Einstellungen beweisen Nelson Mandelas (Idris Elba) politisches Engagement. Einzelne Episoden in der ersten Stunde zeigen uns einen wachsenden Titelhelden, der sich nach und nach der Politik widmet und beginnt, gegen die weiße Diktatur aufzubegehren. Sie dienen dazu, um den Charakter Mandela näherzubringen und auf die zweite Hälfte des Films vorzubereiten. Diese wirkt entscheidender, konzentriert sich die Darstellung doch auf den Aufstieg eines machtlosen Rebellen zur Identifikationsfigur für die Menschheit.

Lebenslange Haft für Mandela – Der lange Weg zur Freiheit

Nachdem er beim Massaker von Sharpeville Anfang der 1960er zum Anführer der Demonstranten aufsteigt, wächst die Gegenwehr der Regierung, die Mandela 1964 zu lebenslanger Haft verurteilt. Chadwick zeigt die anfängliche Ablehnung durch die Gefängniswärter aber nach und nach auch den Wandel. Mandelas zentrale Aussage lautet „Gemeinsam sind wir stark“. Es ist dieser Lebensgrundsatz, der ihn im Film wie in der Realität zur Gallionsfigur des Friedens macht. Kampagnen für seine Freilassung werden ins Leben gerufen. Die Menschen beginnen, für ihre Rechte zu kämpfen, wodurch der Weg für eine bessere Welt geebnet wird. Mandela, der in 27 Jahren Haft niemals die Lust am Leben und das Durchsetzen humaner Interessen aus dem Blick verliert, steigt auf zum Kosmopoliten. Dieser schenkt der Welt die Möglichkeit, über differente Hautfarben und Religionsunterschiede hinwegzusehen und sich stattdessen gemeinsam zu respektieren. Wer Mandela noch nicht als eine der größten Persönlichkeiten der Menschheitsgeschichte ansieht, wird spätestens nach dem Gang aus dem Kinosaal seine Meinung revidieren müssen.


Leider gibt es noch keine Kommentare Schreib den ersten!
Kommentar schreiben

Folge buecher.de bei Twitter