Man schreibt über uns

Stellen Sie sich vor, jemand führt jeden Tag Buch über Sie. Jede Handlung, jedes Wort wird eifrig notiert und in einem riesigen Schriftkorpus für die Nachwelt zusammengehalten. Es entsteht eine Art riesige Bibliothek, in der sich zu jeder Person auf dieser Welt ein eigenes Lexikon findet. Sie können nichts tun, ohne dass es nicht von jeder Person einlesbar ist. Was in zahlreichen CIA-Hollywoodstreifen zu sehen oder die Grundlage vielfach angestellter Verschwörungstheorien ist, bleibt durch Gesetze jeglicher Art bisher reine Fiktion, denn Augen auf, Sie werden nicht beobachtet!

Das BuchDie Personen in „Das Buch“ von Heike und Wolfgang Hohlbein aber schon. Leonie ist die Tochter einer traditionell hoch angesehenen Buchhändlerfamilie, die von ihren Eltern Stück für Stück in das Familienhandwerk eingeführt wird. Als „Hüterin der Wirklichkeit“, wie es auch einst ihre Großmutter war, hat sie die penible Aufgabe, jederzeit über ein Archiv zu wachen, in dem tatsächlich über jeden Menschen Buch geführt wird. Auf der anderen Seite, wie der Ort vielfach charakterisiert wird, schreiben kleine Gnome, sogenannte Scriptoren, alles auf, was sie in Erfahrung bringen können. Bisher gab es für Leonie zu keiner Zeit Probleme, doch als ihre Eltern ein Buch entwenden, beginnt eine unaufhaltsame Geschichte. Womöglich wären die Folgen gar nicht so fatal, doch die beiden beginnen das Werk über eine ganz bestimmte Person umzuschreiben, eine Aktion, die direkt in eine verheerende Katastrophe führt.


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