Life – Unser Filmtipp

LifeJames Dean ist wohl einer der größten Künstler, die es je gab. Schon lange war ein Film über sein Leben geplant. Fast genauso lange gab es Diskussionen über die Art und Weise, wie ein solches biographisches Werk auszusehen hat, um der mythischen Legende gerecht zu werden. Luke Davies („Candy – Reise der Engel“) hat sich dem Phänomen als Drehbuchautor versucht zu nähern und er ist letztlich an einem Puzzlestück hängen geblieben – einer Fotografie, in der die Ikone an einem regnerischen Tag in den Kragen seines schwarzen Mantels eingemurmelt und mit Kippe im Mundwinkel durch die Straßen Manhattans pilgert. Aufgenommen wurde das Bild vom Fotografen Dennis Stock, für den diese einzige Aufnahme den großen Durchbruch bedeutete und dessen Person fortan eng mit Mister James Dean verbunden schien. So hat Luke Davies für sein Drehbuch die lose Freundschaft der beiden als roten Faden für den Film „Life“ in den Fokus gerückt und im Verbund mit Regisseur Anton Corbijn („The American“) ein grandioses Drama geschaffen.

Life erzählt von Stock, vor allem aber von Dean

Die beiden als Freunde zu bezeichnen, wäre sicherlich ein wenig weit gegriffen. Das machen die Filmemacher auch nicht. Dennoch aber führt Fotograf Dennis Stock (Robert Pattinson) zu James Dean (Dane DeHaan). Ersterer ist jung und talentiert, trotzdem ist es im Los Angeles der 50er-Jahre nicht ganz so leicht, nachhaltig Fuß zu fassen. Auf der Party des famosen Hollywood-Regisseurs Nicholas Ray lernt er den jungen aufstrebenden Actor James Dean kennen. In den Expertenkreisen wird er bereits als zukünftiger Superstar gefeiert, sein gerade abgedrehtes Drama „Jenseits von Eden“ könnte den großen Karrieresprung bedeuten. Dank der Mithilfe seines Bosses John Morris (Joel Edgerton) erhält Stock den Auftrag, einen Essay über Dean anzufertigen – eine tolle, aber auch schweißtreibende Aufgabe. „Life“ verschleiert dem Zuschauer nicht das Wesen des bestimmenden Akteurs. Schon am Beginn des Films zeigt er eine gewisse exzentrische Art. Eine Charaktermarotte, die Dennis Stock auch im Film verstärkt an den Rand der Verzweiflung bringt.

In „Life“ mimt Stock den Normalsterblichen

Life“ ist in jedem Fall eine Darstellung, in der James Dean in all seinem Antlitz abgebildet wird. Corbijn gelingt es, dem Zuschauer die Atmosphäre der früheren Zeit vorzuführen, samt Jazzmusik und stilvoller Eleganz. Dennis Stock ist zwar ein wesentlicher Baustein des Films, er dient aber vor allem dazu, Dean zu heroisieren, ihn über andere zu stellen. Insofern ist der von Pattinson gespielte Fotograf ein Abbild des Normalsterblichen, dank dem man die Personalie James Dean erst so richtig zu fassen bekommt. Interessanterweise reicht diese Optik von einer paar Monaten aus, um in „Life“ ein tolles Drama über Dean zu erhalten. Nur kurz nachdem die beiden sich kennenlernen, stirbt der Jungschauspieler mit 24 Jahren bei einem Unfall mit seinem Porsche Spyder. Die Zeit aber reicht wie gesagt vollkommen aus, um einen sehr besonderen Film daraus zu machen, in dem zum einen die Fotografie als Betätigungsfeld und zum anderen eine der größten Filmlegenden der Geschichte gerühmt werden.


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