Preis der Leipziger Buchmesse – Übersetzung

In einer guten Woche, nämlich am nächsten Donnerstagnachmittag, wissen wir, welche drei Werke mit dem Preis der Leipziger Buchmesse prämiert werden. Vorab werden die fünf Kandidaten der drei Kategorien dem Publikum vorgestellt. Sie wurden in den letzten Monaten aus mehr als vierhundert Werken auserwählt. Für welche Preisträger sich die Jury letztlich entscheidet, bleibt bis zum Ende reine Spekulation. In den vergangenen zwei Wochen sind wir an dieser Stelle bereits auf die Nominierten im Bereich Belletristik bzw. Essayistik und Sachbuch eingegangen. Heute stehen die besten Übersetzungen des Jahres auf der Agenda.

Übersetzung:

Vosganian - Buch des FlüsternsErnest Wichner mit Vosganians „Buch des Flüsterns“

Varujan Vosganians „Buch des Flüsterns“ sorgte in Rumänien für großes Aufsehen. Ernest Wichner, der selbst in Rumänien geboren ist und seit Mitte der Siebziger in Deutschland lebt, agiert seit 2003 als Leiter des Berliner Literaturhauses. Er übersetzte die armenische Volkssage, die generationsübergreifend dokumentiert, mit großer Einfühlsamkeit.

Vollmann - Europe CentralPaul Berf mit Knausgårds „Spielen“

Aus dem Norwegischen übersetzte Paul Berf Karl Ove Knausgårds „Spielen“. Seit dem Abschluss seines langjährigen Skandinavienstudiums arbeitet er als freier Übersetzer und übertrug unter anderem bereits Lagerlöfs Werke ins Deutsche. Der dritte Teil der autobiografischen Schrift entführt den Leser nach Südnorwegen, wobei vor allem das Leben der Kinder in den Fokus rückt.

Die Pilgerreise des farblosen Herrn TazakiUrsula Gräfe mit Murakamis „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“

Wie ihre Kollegen fungiert auch Ursula Gräfe bereits seit Jahren als anerkannte Übersetzerin. Neben dem Englischen spezialisierte sich die heute 57-Jährige auf das Japanische, aus dem sie auch schon Ogawas Werk nach Deutschland brachte. Murakamis Bestseller-Geschichte „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ und die Bewältigung seiner Vergangenheit ist ein weiteres Erzeugnis ihrer beeindruckenden Vita.

Knausgard - SpielenRobin Detje mit Vollmanns „Europe Central“

William T. Vollmann stellt in „Europe Central“ die Kommunikation zwischen Berlin und Moskau über weite Phasen des 20. Jahrhunderts dar. Das Werk ist sowohl aus sowjetischer als auch aus deutscher Perspektive beschrieben. Der frühere Redakteur der ZEIT, Robin Detje, bringt die einzelnen Schicksale von Künstlern und hochrangigen Militärs auch im Deutschen hervorragend zur Geltung.

Diderot - Jacques der FatalistHinrich Schmidt-Henkel mit Diderots „Jacques der Fatalist und sein Herr“

Die Bandbreite von Hinrich Schmidt-Henkel umfasst das Übertragen italienischer, norwegischer und französischer Schriften. Mit Diderots „Jacques der Fatalist und sein Herr“ wagt er sich an einen Literaturklassiker der besonderen Art. Diderots Stück erinnert an den großen Don Quijote und spielt mit verschiedenen philosophischen Ansätzen.


Leider gibt es noch keine Kommentare Schreib den ersten!
Kommentar schreiben

Folge buecher.de bei Twitter