Die Preisträger der Leipziger Buchmesse

Stanisic - Vor dem FestMit Spannung werden hochdekorierte Auszeichnungen eigentlich immer erwartet. In diesem Jahr war die Vergabe des Preises der Leipziger Buchmesse aber so richtig spannend, weil sich im Vorfeld kein Favorit herauskristallisieren konnte. Lange galt es als offen, wer die Nachfolge des Vorjahressiegers David Wagner antreten darf. Am gestrigen Nachmittag entschied sich die Jury um die Literaturkritikerin Daniela Strigl und Lothar Müller von der Süddeutschen Zeitung für den gebürtigen Bosnier Saša Stanišic und sein Werk „Vor dem Fest. Damit konnte sich der 36-Jährige im Bereich der Belletristik gegen namhafte Konkurrenten durchsetzen. Neben ihm durften sich auch Helmut Lethen (Essayistik und Sachbuch: „Der Schatten des Fotografen“) und Robin Detje (Übersetzung: Vollmanns „Europe Central“) über die Auszeichnung freuen.

Saša Stanišic – „Ein Roman als furioser Chorgesang in Prosa“

Vier Jahre lang hat der im Osten Bosniens geborene Stanišic in Fürstenfelde recherchiert, um einen Roman zu verfassen, den die Jury als „furiosen Chorgesang in Prosa“ bewertete und dafür 15.000 Euro Preisgeld bereithielt. Schon mit seinem literarischen Debüt „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ hinterließ er eine ordentliche Visitenkarte, schaffte es gar bis auf die Shortlist des Deutschen Buchpreis. Nun durfte er eine Laudatio halten, in der seine Überraschung deutlich zu spüren war. „Vor dem Fest“ beschreibt eine Dorfgemeinschaft aus der Uckermark, die aus vielen Stimmen besteht und ihre Sicht auf das bevorstehende Großereignis tragisch, witzig und stilistisch facettenreich erzählt.

Lethen und Detje komplettieren das Triumvirat

Neben der Kategorie Belletristik wird der Preis der Leipziger Buchmesse auch für die besten Werke der Bereiche Essayistik und Sachbuch bzw. Übersetzung vergeben. Mit „Der Schatten des Fotografen“ überzeugte Helmut Lethen und sicherte sich die Auszeichnung, weil er ein monumentales Denkmal für die Kunst der Fotografie und ihre Erzeugnisse hinterließ. Ebenfalls sehr beeindruckt zeigte sich die Jury von Robin Detjes Übertragung von „Europe Central“. Acht Jahre hat es gedauert, bis sich jemand an die politisch brisante Schrift von William T. Vollmann heranwagte. Detje hat den Preis verdient, weil er die Vielstimmigkeit des Originals mit all seinen Elementen – Krieg, Terror und Revolution – für das Deutsche einfing.


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    14.03.2014
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