Preis der Leipziger Buchmesse – Belletristik

Seit 2005 wird der Preis der Leipziger Buchmesse nun schon vergeben. Die Auszeichnung zählt zu den renommiertesten literarischen Ehrungen des Landes. Neben Belletristik werden auch die Sparten Sachbuch/Essayistik und Übersetzung mit einem Preisgeld von 15.000 Euro verliehen. Die jeweils fünf Kandidaten für diese beiden Kategorien wollen wir in den nächsten Wochen vorstellen. Den Anfang aber macht heute die Königsdisziplin, zu deren bisherigen Preisträgern namenhafte Autoren wie Terézia Mora, Clemens Meyer und Wolfgang Herrndorf gehören. Wer den begehrten Preis bei seiner zehnten Vergabe während der diesjährigen Leipziger Buchmesse erhält, wird erst Mitte März verraten. Die Nominierten im Bereich Belletristik aber können sich durchaus sehen lassen.

Belletristik:

Stanisic - Vor dem FestSasa Stanisic mit „Vor dem Fest“

Der gebürtige Bosnier Stanisic war 2006 bereits auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. Mit „Vor dem Fest“ präsentiert Stanisic einen Roman, der die Nacht zum Tag macht. In der Dunkelheit müssen die verschiedensten Protagonisten Entscheidungen treffen und sich mit den eigenen, zerreißenden Gedanken auseinandersetzen – eine nachtblinde Nachtmalerin, ein toter Fährmann, ein Glöckner ohne Glocken und ein ehemaliger NVA-Oberst.

Mosebach - Das BlutbuchenfestMartin Mosebach mit „Das Blutbuchenfest“

Büchner- und Kleist-Preisträger Mosebach ist das literarische Schwergewicht unter den Kandidaten. In „Das Blutbuchenfest“ fokussiert er alles auf die bosnische Putzfrau Ivana. Diese reinigt Büros und Wohnungen der unterschiedlichsten Charaktere. Während die teilweise komisch inszenierte Veranstaltung bei Geschäftemacher Rotzoff zur kompletten Farce wird, beginnt mal eben das dunkle Kapitel des Balkan-Krieges.

Petrowskaja - Vielleicht EstherKatja Petrowskaja mit „Vielleicht Esther“

Katja Petrowskaja ist womöglich die ganz große Favoritin in der Kategorie Belletristik. Ihr Roman „Vielleicht Esther“ erhielt bereits den Ingeborg-Bachmann-Preis. Es ist ein Werk der Erinnerung. Eines, das die Shoah näherbringt als es die meisten Leser vertragen können. Die Familiengeschichte dreht sich um die Ur-Großmutter, die wahrscheinlich Esther hieß und den Großonkel Judas. Vor allem aber geht es um die eigene Reflektion.

Hischmann - Am Ende schmeissen wir mit GoldFabian Hischmann mit „Am Ende schmeissen wir mit Gold“

Zarte 30 Jahre ist Fabian Hischmann gerade einmal alt, schon landet er mit „Am Ende schmeissen wir mit Gold“ im Nominiertenkreis zum Preis der Leipziger Buchmesse. Sein Debütroman handelt vom Junglehrer Max, der eine Vorliebe für Tierdokumentationen und einsame Stunden hat. Jan und Maria entreißen ihn der alltäglichen Lethargie und stellen sein Leben nicht zum ersten Mal komplett auf den Kopf.

leo - Flut und BodenPer Leo mit „Flut und Boden“

Wie bei Petrowskaja geht es auch bei Per Leo um das große Thema Antisemitismus, wenngleich der Wahlberliner den Blick aus einer anderen Perspektive heraus richtet. „Flut und Boden“ ist ein Roman über die eigene Familie. So führen ihn die Recherchen über die eigene Herkunft zu den Taten des Großvaters Friedrich, der früher im Kern des SS wichtige Entscheidungen traf und Dinge anordnete sowie durchführte, von denen sich sein Enkel mit literarischer Gewandtheit zu distanzieren versucht.


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