Die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse – Kategorie Belletristik

Wenn sich Mitte März das gesamte literarische Augenmerk auf Leipzig richtet, dann steht ein Programmpunkt ganz besonders im Fokus. Die Vergabe des Preises der Leipziger Buchmesse ist ein absolutes Highlight und natürlich auch in diesem Jahr wieder ein Event, das mit großer Vorfreude erwartet wird. Der Preis der Leipziger Buchmesse ist nach dem Deutschen Buchpreis, der auf der Frankfurter Buchmesse vergeben wird, die größte deutsche Literaturauszeichnung. Anders als in Hessen wird hier in drei Kategorien prämiert. Das sind die Nominierten im Bereich Belletristik.

Marion PoschmannMarion Poschmann – Geliehene Landschaften

Auf 118 Seiten stellte Marion Poschmann ihr Kunstwerk ganz in den Tonus der asiatischen Gartenbauweise, die man als geliehene Landschaft bezeichnet. Ihre Gedichte bedienen sich der gleichen Art, sind sie doch um das konstruiert, was die Autorin vorfindet – die finnische Taiga und den US-amerikanischen Lunapark beispielsweise. „Geliehene Landschaften“ ist ein sehr ästhetisches Werk. Eines, das sehr zum Nachdenken anregt.

Nis Momme StockmannNis Momme Stockmann – Der Fuchs

In Poschmanns Beschreibungen würde sich auch „Der Fuchs“ von Nis Momme Stockmann wohlfühlen. Akteur Finn Schliemann hat es nach der gewaltigen Flut, die ihn in der Kleinstadt Thule heimgesucht und alles gnadenlos zerstört hat, auch bitter nötig. Zumal nicht nur das Äußere von Trümmern gekennzeichnet ist. In Finn kommt alles wieder hoch – der tote Vater, der behinderte Bruder, die wenigen Freunde und Katja, die sein Leben innovativ bereichert hat, aber die verheerende Flut voraussah.

Heinz StrunkHeinz Strunk – Der goldene Handschuh

Stockmanns Werk lebt von der Phantasie, bei Heinz StrunksDer goldene Handschuh“ ist es ähnlich. Das erkennt man nicht nur am Titel. Der Roman ist komisch, wenn auch auf sehr gewöhnungsbedürftige Art. Er ist düster und beschäftigt sich mit Fritz Honka – ein Frauenmörder aus den 1970ern. Honka ist geistig und körperlich eingeschränkt, doch es gelingt ihm, immer wieder neue Opfer in der titelgebenden Hamburger Kiezkneipe ins Unglück zu stürzen.

Roland SchimmelpfennigRoland Schimmelpfennig – An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Wir für Strunk ist es auch für Roland Schimmelpfennig ein Romandebüt. Der sehr erfolgreiche Dramatiker widmet sich in „An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts“ einem sonderbaren Fund. Bei einem Unfall 80 Kilometer vor den Toren Berlins stößt der Leser plötzlich auf einen einsamen Wolf. Genau um diesen dreht sich der Roman, der viele einzelne Schicksale behandelt – von entflohenen Kindern über einen polnischen Arbeiter bis zu einer Frau, die ihre Vergangenheit tilgen möchte.

Guntram VesperGuntram Vesper – Frohburg

Autobiographischer als Guntram VespersFrohburg“ kann ein Werk kaum sein. Hier ist der Autor 1941 geboren, hier ist er aufgewachsen und von hier ist die Familie 1957 geflüchtet. Der Ort mag für den Autor sehr persönlich gefärbt sein. Für den Leser wird er auch ohne diesen Bezug wichtig werden, denn anhand Frohburgs lässt sich eine tolles Zeugnis der Zeit und aller damit verbundenen Gegebenheiten zusammenstellen.


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